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Revierleiter entsetztüber Kahlschlag am Haster Waldrand und Vorgehen des Gemeindedirektors

"Frevel gegen Umwelt- und Naturschutz"

Haste (tes). Revierleiter Heiner Wrede hat seinen Augen nicht getraut beim Anblick des Waldrandes am Weg Richtung Wilhelmsdorf. Auf 40 Meter Länge sind hier die Bäume dem Erdboden gleichgemacht worden. Zurück bleiben Berge mit den Resten knospender Salweiden und heimatlose Kaninchen.

veröffentlicht am 15.02.2008 um 00:00 Uhr

"Ein Eingriff in die Natur zu einer Unzeit": Heiner Wrede zeigt

Neben dem Graben türmen sich zerstückelte Baumreste mit knospenden Blütenkätzchen. Gekappte Wurzeln ragen aus dem Boden, an den Kaninchenbau erinnert nur noch ein verwaistes Erdloch. "Die Jungen sind jetzt alle tot", bedauert Wrede. Der Wildkaninchenbestand habe sich gerade etwas erholt. "Deshalb werden diese Tiere von mir auch nicht gejagt." Die Verursacher dieses "Frevels gegen Umwelt- und Naturschutz" sind Wrede bekannt. Nicht ein Privatmann hat hier gewütet. Vielmehr habe ein Landwirt die Gemeinde angeschrieben, weil die Wassergräben verstopft sind und folglich Wasser auf dessen Acker am Waldrand steht. Gemeindedirektor Heinrich Bremer habe daraufhin veranlasst, die Gräben zu öffnen - ohne Rücksprache mit Wrede, als Vertreter der zuständigen Forstverwaltung, zu suchen. "Das ist unser Eigentum, der Graben ist die Grenze. Es wäre kein Thema gewesen mich anzusprechen", fühlt sich der Förster übergangen. Zudem hätte man die Arbeiten mit weniger Schäden abwickeln können. Diese Aktion sei zu einer "Unzeit" vorgenommen worden, kritisiert Wrede den Eingriff in die Natur. "Die Kaninchen haben gerade Junge." Mit einem Wink auf die Reste der Baumkronen fügt er hinzu: "Dahinter haben wir mit viel Liebe einen hochwertigen Kirschenbestand angelegt, der gerade auf Erntetauglichkeit untersucht wird." Der Förster: "Ein Hammer. Die haben den Waldsaum kaputt gemacht. So beschädigte Wurzeln schlagen nie wieder aus." Sogar Bürger hätten ihn schon darauf angesprochen. Der Abfall sei einfach aufs Nachbargrundstück geschüttet worden. "Jetzt liegt nur noch der Dreck hier. Alles muss teuer entsorgt werden. So kann man mit einem privaten Grundstück nicht umgehen", appelliert der Förster an die Gemeinde, in Zukunft derartige Eingriffe besser abzusprechen.



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