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Sucht- und Gewaltvorbeugung schon im Kindergarten / Landkreis stellt "Papilio"-Programm vor

"Freudibold" und "Zornibold" arbeiten mit

Landkreis (sk). "Papilio" (Schmetterling) heißt ein Programm zur Sucht- und Gewaltprävention, das in Schaumburger Kindergärten eingesetzt werden soll. Dafür setzt sich Ursula Büthe, Fachberaterin des Landkreises für Kindertageseinrichtungen, ein. Entwickelt wurde "Papilio" unter anderem vom "beta"-Institut für angewandtes Gesundheitsmanagement, Entwicklung und Forschung in der Sozialmedizin in Augsburg.

veröffentlicht am 23.08.2006 um 00:00 Uhr

Buch, Film, Programm: Ursula Büthe präsentiert die "Papilio"-Med

"Papilio"-Strategien, so Büthe, ließen sich problemlos in den Kindergartenalltag integrieren. Kinder lernten mit "Papilio", ihre Gefühle zu äußern, zu ihnen zu stehen - aber auch, Gefühle anderer zu akzeptieren, mit den eigenen Stimmungen und denen anderer Kinder umzugehen. Das Fehlen sozial-emotionaler Kompetenz sei eine Quelle früh oder später auftretender Gewalt und Sucht, so Büthe. Das Projekt wurde in Augsburg gemeinsam mit Wissenschaftlern, Erzieherinnen, Eltern und Kindern entwickelt und hat eine bekanntes Medium zur Veranschaulichung und Vermittlung der "Papilio"-Ziele gewinnen können: die "Augsburger Puppenkiste". In Buch, Film und Puppenspiel liegt die Geschichte von "Paula und den Kistenkobolden" vor. Paula entdeckt in einer Kiste auf dem Dachboden Kobolde mit ganz unterschiedlichem Aussehen: Frisch und fröhlich lacht der "Freudibold", der "Heulibold" hingegen zieht die Mundwinkel nach unten und lässt die Ohren hängen, der "Zornibold" ist ganz rot und ballt die Fäuste, und der ängstliche "Bibberbold" ist ganz blass und reißt die Augen auf. Mit den Figuren sind die Gefühle personifiziert und der Umgang mit ihnen lässt sich begreiflich darstellen. Im Kindergartenalltag gibt es laut "Papilio"-Idee einen "Spielzeug-macht-Ferien-Tag": Kinder treten ohneübliches Spielmaterial miteinander in Kontakt und lernen, mit sich selbst und anderen umzugehen. Im "Meins-deins-unser-Spiel" lernen Kinder den Umgang mit sozialen Regeln. Die Qualifizierung von Erzieherinnen für die "Papilio"-Arbeit erfolgt in mehreren Block-Unterrichtseinheiten verteilt über eineinhalb Jahre. Der Kindergarten oder einzelne Gruppen können eine Zertifizierung erhalten. Etliche Erzieherinnen hätten bereits Interesse für eine Kurs bekundet, so Büthe. Mit zwölf Teilnehmerinnen könnedie erste Maßnahme starten. Bei dieser Teilnehmerzahl lägen die Kosten bei 950 Euro pro Person. Davon würde der Landkreis 500 Euro übernehmen. Käme im Oktober ein Kurs im Landkreis zustande, wäre es die erste "Papilio"-Qualifizierung in Niedersachsen, so Büthe. Kontakt: Wer Interesse hat, kann sich bei Ursula Büthe im Landkreisgebäude unter (05721) 70 34 00 melden. Büthe sieht "Papilio" als Ergänzung zum "Faustlos"-Projekt, dass in Grundschulen im Landkreis läuft.

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