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Dirk Schmeding und seine Truppe wagen sich an Repertoirestück / Aufführung am 11. November

"Fremdsehen" debütiert mit Ibsens "Peer Gynt"

Bückeburg. Philipp Hahn, Schauspieler der freien Theatergruppe "Fremdsehen", beißt in eine Zwiebel. Die Proben zu Henrik Ibsens Theaterklassiker "Peer Gynt" fordern ihm einiges ab. Am Sonnabend, 11. November, wird er in der Titelpartie ein Ensemble von jungen Schauspielerinnen und Schauspielern anführen, das sich unter der Regie von Dirk Schmeding erstmals im Rathaussaal vorstellen wird.

veröffentlicht am 03.11.2006 um 00:00 Uhr

Philipp Hahn (r.) und sein Ensemble bei den Proben für Peer Gynt

Nach einigen mittelgroßen Produktionen im Jahr 2005 wagt sich "Fremdsehen" erstmals an ein großes Repertoirestück. "Ibsens Hauptfigur ?Peer Gynt' ist die ganze Zeit auf der Suche nach sich selbst. Was bedeutet es, jemand zu sein? Und wer ist man letztlich? Spannende Fragen für unser Ensemble, das auch gerade auf der Suche nach einem eigenen Gesicht ist", begründet Dirk Schmeding die Stückwahl. "Ich bin überglücklich, dass uns der Kulturverein Bückeburg so unterstützt und es uns ermöglicht, diese Fragen im offiziellen Spielplan zu stellen. Das zeugt von einem großen Vertrauen in unsere Arbeit, und dafür sind wir alle sehr dankbar." Schmeding arbeitete schon mehrfach mit dem Kulturverein zusammen. 2002 und 2004 produzierte man gemeinsam das Musical "Jack the Ripper", jüngst eine viel beachtete "Zauberflöte" mit Opernstudenten aus Hannover und Detmold, die durch das ungewöhnliche Konzept, das Publikum auf die Bühne zu holen, überraschte. Anfang 2005 gründete der junge Bückeburger das Sprechtheaterensemble "Fremdsehen", dem ein fester Kern von zehn jungen Schauspielern angehört. Dem Anspruch professionelles, anregendes Theater für die Region zu machen, kamen die engagierten Jugendlichen schon mit drei Produktionen nach: Wedekinds "Frühlings Erwachen", Wildes "Salome" und einem Abend mit Texten des Hannoveraner Dada-Künstlers Kurt Schwitters. Nun folgt, in Ibsens 100. Todesjahr, "Peer Gynt". "Eine temporeiche Geschichte, mit allerhandÜberraschungen und vielen anrührenden Momenten", weiß Philipp Hahn, der in der Hauptrolle das Gros der Bühnenzeit bestreitet. "Der Peer ist eine fordernde Rolle - in jeder Hinsicht. Die Proben sind anstrengend, aber machen unheimlich viel Spaß. Die Aufführung kann ich kaum abwarten", fährt er fort. "Philipp muss sich auf der Bühne schälen wie eine Zwiebel", ergänzt Regisseur Schmeding. "Schicht um Schicht. Dieser Peer Gynt versucht, alles zu sein, und bleibt letztlich doch ein Niemand, denn er muss erkennen: Zwiebeln fehlt der Kern." Bis er zu dieser Erkenntnis gelangt, steht ihm noch eine Reise durch das Reich der Trolle bevor. Peer Gynt mussübers Meer, nach Marokko, kommt nach Kairo ins Irrenhaus und flieht von dort aus zurück in seine norwegische Heimat, wo er am Ende seines Lebens auf seine alte Jugendliebe Solveig trifft. Dirk Schmeding freut sich: "Ein Stück, wie gemacht für ?Fremdsehen'. Es fordert große Einzelleistungen und ein hervorragendes Ensemblespiel. Denn allerhand merkwürdige, gefährliche oder schlicht liebenswürdige Gestalten begleiten den Weg von Peer. Das wird ein toller Abend." Er ergänzt: "Aber bis dahin hat Philipp noch in die eine oder andere Zwiebel zu beißen. Noch wird geprobt!" Der Vorverkauf hat begonnen. Karten gibt es beim Kulturverein in der Tourist-Info am Marktplatz oder unter (0 57 22)36 10. Sie kosten 15 Euro in der ersten Preisklasse (10 Euro ermäßigt) und 12 Euro in der zweiten Preisklasse (7 Euro ermäßigt). Die Aufführung am Sonnabend, 11. November, beginnt um 20 Uhr im Rathaussaal.

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