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Grüne gegen geplantes Baugebiet Kirschenallee in der Nordstadt / Besser Baulücken schließen

"Fremdkörper" in der freien Landschaft

Rinteln (wm). Die Rintelner Ortsgruppe der Grünen lehnt das neue Baugebiet an der Kirschenallee ab - so das Fazit der jüngsten Mitgliederversammlung, meldete Gerhard Helmhold, Ortsratsmitglied der Grünen.

veröffentlicht am 26.05.2008 um 00:00 Uhr

Auf rund 30 000 Quadratmetern Ackerland nördlich des Helene-Brehm-Weges sollen etwa 35 Einfamilien- oder Doppelhäuser entstehen. Der Ortsrat hat dem Bebauungsplan zugestimmt, auch der Verwaltungsausschuss sprach sich für die "Kirschenallee" aus. Neben den Grünen ist vehemente Gegnerin dieser Bebauung in Waldrandnähe auch die Wählergemeinschaft (WGS). Ein ganzes Bündel von Argumenten spreche dagegen, so Ortsratsmitglied Gerhard Helmhold in seiner Pressemitteilung: Voraussichtlich werde im Jahre 2020 nahezu jeder Dritte in Niedersachsen 65 Jahre und älter und die Rintelner Bevölkerung, so die Pestel-Studie, insgesamt um rund sieben Prozent geschrumpft sein. Was jahrzehntelang durchaus funktioniert habe, nämlich die immer neue Ausweisung von Wohnbau- und Gewerbeflächen könne keine nachhaltige Antwort auf den demografischen Wandel sein. Helmhold: "Wir müssen in der Stadtentwicklung einen drastischen Kurswechsel einleiten - das Erlernte führt nicht mehr zum Erfolg." Das geplante Baugebiet Kirschenallee "fresse sich wie ein Fremdkörper" in die freie Landschaft zwischen Helene-Brehm-Weg und Waldrand. Hochwertiges Ackerland ginge verloren, weitere Flächen würden versiegelt und das Landschaftsbild an einer sensiblen Stelle erheblich verändert. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung werde jedes Neubaugebiet künftig zu Leerständen im vorhandenen Wohnungsbestand, einem Verfall der Immobilienpreise und zu Unterhaltungsmängeln bei der Bausubstanz führen. Bestätigt sehen sich die Grünen in dieser Auffassung durch den letzten Grundstücksmarktbericht des Katasteramtes, der sinkende Immobilienpreise und eine schwierige Marktsituation festgestellt hat. Hinzu komme, so Helmhold, dass jede neu geschaffene Infrastruktur von einer schrumpfenden Bevölkerung unterhalten werden müsse und damit zu einer wachsenden Belastung für den kommunalen Haushalt werde. Modernisierung und Umbau von Altbauten sowie die sukzessive Bebauung der nach dem städtischen Baulückenkataster in Rinteln vorhandenen 288 Baulücken seien die bessere Lösung. Auch eine bauliche Nutzung größerer bereits von Bebauung umschlossener Areale mit vorhandener Infrastruktur sei noch vertretbar. Das Argument, mit der Ausweisung neuer Wohnbauflächen ließen sich junge Familien anlocken, greife nach Auffassung der Grünen inzwischen zu kurz. "Vom eigenen Haus träumen junge Familien, nicht unbedingt jedoch vom Leben im Neubaugebiet. Ob aus Kostengründen, der Lage wegen oder aufgrund des Charmes alter Gemäuer - nach neueren Untersuchungen gibt es hier inzwischen einen Trend zur Second-Hand-Immobilie."



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