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Vor Gericht: Polizei findet 41-jährigen Ostwestfalen schlafend und stark alkoholisiert im Auto am Straßenrand

Freispruch: Promille-Pegel reicht nicht für Verurteilung

Rinteln/Bückeburg (maf). Ein 41-jähriger Arbeiter, den das Rintelner Amtsgericht wegen Trunkenheit im Verkehr zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt hatte, ist jetzt in der Berufungsverhandlung vom Landgericht Bückeburg freigesprochen worden. Außerdem darf der Ostwestfale ab sofort wieder Auto fahren, weil die Kammer unterVorsitz von Richter Friedrich von Oertzen die vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis aufgehoben hat. Im Oktober 2006 hatte der Angeklagte seinen Toyota am Straßenrand bei Todenmann abgestellt, schlief in dem Pkw ein und wurde schließlich von der Polizei geweckt. Er hatte einen Promille-Wert von 3,16 - aber ihm konnte nicht nachgewiesen werden, dass er in angetrunkenem Zustand gefahren war.

veröffentlicht am 25.10.2007 um 00:00 Uhr

Der Fall: An einem Montag verließ der gestresste Mann gegen 12 Uhr wortlos seinen Arbeitsplatz, weil seine Maschine nicht mehr funktionierte. Vermutlich setzte er sich dann in seinen Toyota und fuhr davon. Gegen 15 Uhr war ein Busfahrer auf der Landesstraße zwischen Todenmann und Kleinenbremen unterwegs. Er sah den Toyota, der mit eingeschaltetem Licht etwa einen Meter neben der Fahrbahn am Straßenrand stand, und bemerkte den auf dem Fahrersitz liegenden Mann. Als sich ihm eine Stunde später auf seiner Rücktour das gleiche Bild bot, verständigte er die Polizei. Die Beamten weckten den schlafenden Arbeiter und entdeckten im Fußraum des Autos eine leere Flasche Jägermeister. Der 41-Jährige musste zur Blutprobe und berichtete auf dem Weg zur Wache, er habe bereits am Morgen getrunken und den Wagen abgestellt. Vor Gerichtäußerte sich der Angeklagte nicht zu dem Vorwurf. Dass er schon am Vormittag alkoholisiert war, konnte keiner seiner Kollegen bestätigen. Unklar blieb daher, wann er den Jägermeister zu sich genommen hatte. Zu seinen Gunsten wurde angenommen, er habe den Kräuterschnaps erst nach dem Anhalten getrunken. Ein medizinischer Sachverständiger errechnete für eine Flasche Jägermeister einen Promillewert von rund 2,9. Somit blieben etwa 0,3 Promille, die für eine Verurteilung wegen Trunkenheit im Verkehr nicht ausreichen. In erster Instanz war mit anderem Zahlenmaterial gerechnet worden, wonach der Arbeiter mit mindestens 0,86 Promille gefahren war.



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