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Vor Gericht: Angeklagte nicht eindeutig identifiziert

Freispruch nach schlimmer Attacke von Kampfhund

Nienstädt/Bückeburg (ly) . Der Angriff eines sogenannten Kampfhundes in Nienstädt bleibt möglicherweise ungesühnt. Rund acht Monate nach dem Zwischenfall, bei dem eine Rentnerin (64) von Bissen verwundet worden war, hat das Bückeburger Amtsgericht eine 41-Jährige vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung freigesprochen.

veröffentlicht am 31.05.2008 um 00:00 Uhr

Der Hund eines Bekannten der Angeklagten, auf den die Beschreibung passen würde, war nachweislich bereits Monate vor der Tat gestorben. Und die Rentnerin konnte zwar aussagen, dass ein ähnliches Tier an jenem verregneten Abend im September von einer Frau geführt wurde. Dieser hatte sie im Eifer des Gefechts jedoch nicht ins Gesicht gesehen, was vor Gericht eine Identifizierung der Angeklagten als Täterin unmöglich machte. Aus der Entfernung will die 64-Jährige die jüngere Frau zuvor schon häufiger beobachtet haben. Zweifellos sei das Opfer von einem Hund angefallen und verletzt worden, so Richter Armin Böhm. "Aber wie es dazu kam, bleibt im Dunkeln." Freisprüche hatten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Verteidiger Volkmar Wissgott beantragt. Ganz sicher ist sie nicht, aber die Rentnerin glaubt, dass sie und ihr kleiner Spitz-Mischling beim Gassigehen an einen Pitbull-Terrier geraten sind, der in vielen Bundesländern zu den gefährlichen Rassen gerechnet wird. Der Vierbeiner der Angeklagten ("Ich war an dem Abend zuhause") scheidet damit als "Täter" definitiv aus: "Ich habe einen kleinen Hund, der 17 Jahre alt ist, wackelig auf den Beinen und nur noch acht Zähne hat", erklärte sie. Große Hunde machen der Rentnerin Angst, und seit September ist es eher noch schlimmer geworden. "Der Pitbull riss sich los und stürzte auf meinen Mischling zu", berichtete sie. Bald darauf "lag er blutend und jaulend auf der Straße". Zwischenzeitlich soll die andere Frau eingeschritten sein. "Sie nahm ihren Hund in den Arm und kullerte mit ihm die Straße runter". Angeblich wollte die Frau mit dem Pitbull "später vorbeikommen, hat sich aber nicht gemeldet". Die Rentnerin erlitt Bissverletzungen an beiden Händen.

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