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31-jähriger Eilser entlastet / Suche nach Schläger geht weiter

Freispruch - denn auf der Anklagebank sitzt der Falsche

Bad Eilsen/Bückeburg (ly). Freispruch. Wie süß klingt dieses Wort für einen Angeklagten, wie bitter für das Opfer. Nie wieder will ein Rentner aus Bad Eilsen, dessen Sohn (21) im Herbst vergangenen Jahres auf dem eigenen Grundstück von einem Fremden geschlagen worden ist, Anzeige erstatten. Lieber nimmt der 60-Jährige solche Sachen künftig selbst in die Hand. Fluchend verließ er das Bückeburger Amtsgericht. Dabei ist gegen den Freispruch nichts einzuwenden. Ärger hin oder her: Der Mann auf der Anklagebank, ein 31-Jähriger aus Bad Eilsen, war es nämlich nicht. Dort saß der Falsche. Und der Richtige? Man wird sehen.

veröffentlicht am 29.05.2008 um 00:00 Uhr

Sonnabend, 22. September. Auf der Bahnhofstraße in Bad Eilsen fällt dem Rentner ein Transporter auf, der "mit sehr, sehr hoher Geschwindigkeit durch eine Tempo-30-Zone knallt". Dann klebt der Wagen an seiner hinteren Stoßstange. Gegen 11 Uhr biegt der bedrängte Eilser auf sein Grundstück an der Friedrichstraße. Plötzlich steht der Unbekannte vorm Haus "und macht einen Lauten", wie sich der Sohn erinnert. Der Filius eilt dem Senior zu Hilfe und fordert den ungebetenen Gast auf, das Gelände zu verlassen. Dafür bekommt er einen Faustschlag gegen die Schläfe. Dem jungen Mann wird schwarz vor Augen, der Schläger macht sich aus dem Staub. Vor Gericht konnten Vater und Sohn den Angeklagten jetzt nicht als Täter identifizieren. Dieser ist tätowiert und soll blonde Haare haben. Beides trifft auf den Angeklagten nicht zu. "Ich habe sogar noch versucht, den Mann zurückzuhalten", beteuerte der 31-Jährige, der sich offenbar zu Unrecht wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten musste. Der Angeklagte hat keinen Führerschein. Im Vorfeld der Gerichtsverhandlung hatte er angegeben, am Bahnhof für 50 Euro einen ihm Unbekannten als Fahrer bei einem Umzug angeworben zu haben. Die Polizei hielt dies offenbar für eine Schutzbehauptung, was in einem solchen Fall allerdings auch naheliegt. Unterdessen ist die angebliche Identität des mutmaßlichen Täters bekannt geworden. Unter dieser Adresse in Minden fand sich jedoch niemand, zu dem die Angaben gepasst hätten. "Der große Unbekannte hat inzwischen einen Namen", stellte Richter Armin Böhm fest. Nun müsse man schauen, ob der wahre Täter noch gefunden werde.



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