weather-image
30°
Noch immer große Unterschiede in der Privatwirtschaft / Deutschland gehört europaweit zu den Schlusslichtern

Frauen verdienen knapp ein Viertel weniger als Männer

Berlin (rtr/ap). Frauen verdienen in Deutschland nach wie vor deutlich weniger als Männer. Die Differenz ist aber im öffentlichen Dienst auffällig geringer als in der Privatwirtschaft. Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes haben Männer in Industrie, Gewerbe und Dienstleistungssektor am Monatsende 23 Prozent mehr Geld in der Tasche als weibliche Beschäftigte. Im öffentlichen Dienst, in dem etwa jeder Sechste arbeitet, beträgt der Unterschied lediglich sieben Prozent. Im Europa-Vergleich gehört Deutschland mit diesem Lohngefälle zu den Schlusslichtern, wie aus Zahlen der EU-Agentur zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound) hervorgeht.

veröffentlicht am 08.09.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Satistik Frauen verdienen

Besonders große Differenzen gibt es in Deutschland im öffentlichen Bereich in den Bildungs- und Erziehungsberufen: Frauen haben hier häufig schlechter bezahlte Stellen in kommunalen Kindertagesstätten oder Grundschulen, überdurchschnittlich viele Männer gut bezahlte Positionen wie Professuren. Damit kommen Männer in dem Bereich im Schnitt auf 15 Prozent mehr Einkommen.

Insgesamt entspricht aber im öffentlichen Sektor der Anteil der weiblichen Führungskräfte an allen erwerbstätigen Frauen annähernd dem Verhältnis auf der Seite der Männer. Zudem erzielen hier Frauen und Männer in Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung vergleichbare Stundenverdienste.

Insgesamt bekamen Frauen für eine Stunde Arbeit in der Privatwirtschaft durchschnittlich 15,08 Euro, gegenüber 19,50 Euro für Männer. Im öffentlichen Dienst erhalten Frauen im Schnitt 17,57 Euro pro Stunde, ihre Kollegen 18,89 Euro.

Im europäischen Vergleich waren die Verdienstunterschiede nur in Zypern, den Niederlanden, der Slowakei und Estland größer als in Deutschland, wie die Eurofound-Studie ergab. Am geringsten sind die Unterschiede mit 4,4 Prozent übrigens in Italien – einem Land, das bislang nicht unbedingt als führend beim Thema Gleichberechtigung gegolten hat.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare