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Landwirtschaft des Landkreises Holzminden bezieht Stellung zum Ziegenprojekt / Mehrheitsgruppe zieht Antrag zurück

„Fragen wie Kuhkomfort spielen eine wichtige Rolle“

Kreis Holzminden (fhm). „Wir hätten nicht gedacht, dass dieser Antrag für solche Turbulenzen sorgt“, erklärten gestern Vormittag Eberhard Asche und Adolf Nobel, Sprecher der CDU/FDP/UWG-Mehrheitsgruppe im Kreistag. Für die Kreistagssitzung am Montag, 21. Dezember, hatte die Mehrheitsgruppe einen Antrag eingebracht, den Heidbrink aus dem Landschaftsschutzgebiet „Wesertal“ herauszunehmen. Das wäre der erste Schritt, um dem Ziegenprojekt der Familie Petri auf den Weg zu helfen.

veröffentlicht am 18.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 23:41 Uhr

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„Die Mehrheitsgruppe zieht den Antrag zurück“, machte Gruppensprecher Eberhard Asche deutlich. Nach Prüfung aller Fakten sei es richtig und wichtig, alle Bürger in diesem Verfahren mitzunehmen und deshalb die versprochene Bürgerinformation in Polle und die Stellungnahme des dortigen Samtgemeinderates abzuwarten. „Wenn jetzt alle Unterlagen von Petri vorliegen, erwarten wir eine zügige und genaue Prüfung der Kreisverwaltung, damit im Februar die Unterlagen ausgelegt werden können.“ Generell stehe die Mehrheitsgruppe hinter dem Projekt von Petri. „Wir wollten mit dem Antrag ein Zeichen setzen, dass wir hinter der Investition stehen“, so Adolf Nobel.

Unterdessen haben Vertreter von Landvolk, Landwirtschaftskammer, Maschinenring, Landjugend und Landfrauen intensiv über das Ziegenprojekt auf dem Heidbrink gesprochen. Hermann Grupe, Friedrich-Wilhelm Brinkmann und Dieter Jenrich stellten das Gesprächsergebnis vor.

Der Landkreis Holzminden habe eine sehr geringe Viehdichte. Die Landwirte der Region liefern Getreide in die Region Vechta/Cloppenburg, um von dort wertvollen Dung für die eigenen Felder zu bekommen. „Es ist ökonomisch und ökologisch sehr erstrebenswert, wenn es mehr Viehhaltung im Landkreis gibt“, so Grupe. „Wir haben hier einen Bedarf an organischer Düngung“, unterstützt Brinkmann. Es sei ökologisch nicht richtig, dass man notwendigen Dünger erst über Hunderte von Kilometer heranholen müsse.

Als Landwirte habe man sich auch gefragt, ob man nicht zehn Ziegenherden zu je 700 Tieren einrichten könnte anstelle des Ziegenhofes auf dem Heidbrink. „Wir würden davon abraten, weil man sich damit von einem Abnehmer abhängig macht“, so Jenrich. Außerdem habe kein Landwirt im Landkreis daran Interesse. Tierhaltung, so die drei Landwirte, sei heute gerade im landwirtschaftlichen Bereich ein modernes Unternehmen. „Nur wenn die Tiere sich wohlfühlen, können sie das schaffen, was man sich als Landwirt wünscht. Nur mit artgerechter Haltung kann man die Leistung erhöhen“, sagte Grupe. Als Beispiel nannten die Agrarexperten den Anstieg der Milchproduktion um ein Drittel in den vergangenen Jahren. „Für uns spielen solche Fragen wie Kuhkomfort und Sozialverhalten eine wichtige Rolle.“ Allein das Wort Massentierhaltung sei negativ belegt und stimme mit der Wirklichkeit nicht überein. Wer sich heute über landwirtschaftliche Fragen äußere, der sollte sich mit Zahlen und Fakten auseinandersetzen.

„Vor 20 Jahren ernährte ein Landwirt 50 Bürger, heute sind es 170 Bürger.“ Und wenn sich beispielsweise vier Viehhalter zusammenschließen, spielen auch Fragen wie Urlaubsmöglichkeiten der Betreiber eine Rolle. Moderne Landwirtschaft sei die Verbindung von Ökologie und Ökonomie. Generell sei jede Wertschöpfung vor Ort wertvoll, so Grupe, Jenrich und Brinkmann übereinstimmend zum Ziegenprojekt der Familie Petri. Die Landwirtschaft im Landkreis könne von einer verstärken Viehhaltung nur profitieren.

Wichtig sei, dass alle Auflagen und Vorgaben genauestens eingehalten werden. „Die strengen Qualitätsnormen und Gesetze sind für uns ein Qualitätszeichen deutscher Landwirtschaft und Tierhaltung.“ Und das sei auch beim Ziegenprojekt die klare Vorgabe.

Machen sich für eine artgerechte Haltung der Ziegen stark (von links): Dieter Jenrich, Hermann Grupe und Friedrich-Wilhelm Brinkmann.



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