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Tim Kiehnbaum (4) fragt: „Warum heißen Fliegenpilze ,Fliegenpilze?“

veröffentlicht am 29.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 04.05.2010 um 11:24 Uhr

Heute hat Tim eine Frage.

Tim Kiehnbaum (4) fragt: „Warum heißen Fliegenpilze ,Fliegenpilze‘?“

Es antwortet Kalle Deiters aus Osterwald, Pilzsachverständiger der Giftzentrale Göttingen:

„Lieber Tim, Fliegenpilze gehören zu den spannendsten Pilzen, die wir in unserer Natur finden. Das hängt natürlich auch mit ihrer äußeren Erscheinung zusammen – sie sehen toll aus und laden geradezu dazu ein, dass man sie pflückt.

Aber Vorsicht! Zum Essen sind diese netten Rotköpfe mit den weißen Punkten auf dem Hut nicht geeignet. Sie sind sogar giftig. Aber sie genießen einen guten Ruf als Glücksbringer und machen damit dem vierblättrigen Glücksklee oder den Hufeisen Konkurrenz.

Der Fliegenpilz heißt nicht etwa so, weil er fliegen kann, sondern weil unsere Großmütter ihn als Gegenmittel gegen die lästigen Stubenfliegen verwendet haben. Dazu wurden die Pilze in kleine Stücke zerlegt und mit gezuckerter Milch übergossen. Dieses Gemisch lockt die Fliegen an. Wenn sie davon gekostet haben, leben sie nicht mehr lange. Wer allerdings Mitleid mit den Tieren hat, wählt eine geringere Menge Pilzfleisch, dann werden die Fliegen nur betäubt. Man kann sie einsammeln und nach draußen befördern, wo sie dann fröhlich weiterfliegen können.

Meine Empfehlung: Wir sollten uns an den hübschen Rotpunktgesellen freuen und sie an ihrem Platz im Wald stehen lassen. Dann funktionieren sie auch als Glücksbringer besonders gut.

Fliegen kann man auch mit anderen Mitteln vertreiben.“

Hast du auch eine Frage? Dann schreibe eine E-mail an wuschel@dewezet.de.

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