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"Suzie& the Seniors" präsentieren 60er-Jahre-Preziosen

Fräulein Fingerschnipp und Mister Fußwipp auf Zeitreise

Bückeburg (bus). Wer darauf spekuliert hatte, dass die bumsvolle Palette Bückeburger Veranstaltungen, wie von einigen Schnarch-Unken orakelt, keinen Platz für ein zusätzliches Glanzlicht bereithalten würde, ist am Freitag gehörigst eines Besseren belehrt worden. Der vom Bückeburger Stadtmarketing (BSM) mit Unterstützung des Ratskellerwirts Edgar Miller und unsererZeitung im Rathaussaal organisierte Auftritt von "Suzie& the Seniors" hinterließ mehr als 500 restlos begeisterte Besucher. "Der Abend schreit geradezu nach einer Wiederholung", kommentierte BSM-Chef Sønke Lorenzen das Gastspiel der Hamburger Beat-Band.

veröffentlicht am 16.10.2006 um 00:00 Uhr

Dabei schien das Konzertgeschehen zunächst den Paraskavedekatriaphobikern in die Hände zu spielen - die Saaltüren öffneten sich erst mit einiger Verspätung. Was unterdessen die fidele Entwicklung des Abends ebenso wenig behinderte wie die Ankündigung Lorenzens, die Power von Suzie& Co würde alsbald das Rathausdach zum Abheben bringen. Der Erfolg zeichnete sich bereits ab, als das Sextett noch keinen Takt lang auf der Bühne gestanden hatte. Das erwartungsfrohe Publikum nahm die von den Brüdern Knut und Ralf "Franny" Hartmann, beide seit 35 Jahren "on the road", geführte Formation mit einem prasselnden Begrüßungsapplaus in Empfang. Und die in der ehemaligen Residenzstadt von einem "Nachtausgabe"-Auftritt bestens bekannten Spezialisten des 60er-Jahre-Beats stellten anschließend in drei 50-minütigen Sets unter Beweis, dass nicht ein Händepaar ungerechtfertigt gerührt worden war. "Suzie& the Seniors" hatten alle Preziosen im Programm, die in derüberwiegend von den Beatles geprägten Ära die Hitparaden dominierten - die Setlisten verzeichneten mehr als 50 Titel. Die Kollektion reichte von "A" wie "A Hard Days Night" über "H" wie "Hold Tight" und "S" wie "Sunny Afternoon" bis "Y" wie "You Really Got Me". Zwar gefiel sich dasüberwiegend melierte Auditorium während der ersten sechs Stücke in den Rollen von Fräulein Fingerschnipp und Mister Fußwipp, aber mit dem mottogebenden "It's My Party" begannen die Tänzer aufs Parkett und der Schweiß von den Stirnen zu strömen. Was nicht nur der ausgeklügelten Zusammenstellung der Alltime-Hits sondern auch der Tatsache zu danken war, dass die Musikanten sich keineswegs als altersmürbe Wiedergänger ihrer Lieblingsinterpreten sondern als quicklebendige Beherrscher ihres Metiers präsentierten. Der Ohrenschmaus kam ohne Kinkerlitzchen und kilometerlange Soli - präzise, professionell, musikalisch unmittelbar am Original und von reichlich guter Laune befördert. By the way: Mit "Paraskavedekatriaphobie" bezeichnen Fachkreise die Angst vor einem Freitag, der auf den 13. Tag des Monats fällt. In diesem Jahr hatten Abergläubische zusätzlichen Anlass, auf der Hut zu sein - die Quersumme des 13. 10. 2006 ergab ebenfalls 13. "Wir orientieren uns lieber an fröhlicher stimmenden Beispielen und tun so, als ob wir mit ?Jim Knopf und der Wilden 13' unterwegs wären", meinte Lorenzen.Das Rathausdach hat trotz aller Begeisterung keinen erkennbaren Schaden genommen.

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