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Köln/Oberpfaffenhofen. Es klingt gefährlich: Noch in diesem Jahr wird ein tonnenschwerer deutscher Forschungssatellit aus dem Weltraum abstürzen. Bisher ist nicht klar, ob „Rosat“ in der Atmosphäre komplett verglühen wird oder ob Trümmer die Erde erreichen. Das berichteten Andreas Schütz, Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln und Oberpfaffenhofen, sowie der „Spiegel“.

veröffentlicht am 28.02.2011 um 17:26 Uhr

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Autor:

Philipp Seibt

Demnach haftet Deutschland weltweit für Schäden, die durch den Absturz entstehen. „Rosat“ war im Juni 1990 auf eine Umlaufbahn in 550 Kilometern Höhe geschossen worden. Der Satellit mit zwei Teleskopen hat die in den 1960er Jahren aufgekommene Röntgenastronomie revolutioniert. Das 2,4 Tonnen schwere Gerät lieferte 1990 das erste Röntgenbild vom Mond, es schickte Aufnahmen der Andromeda-Galaxie und fing erstmals Röntgenstrahlen von Kometen ein. Darüber hinaus hat „Rosat“ mehr als 200 Überreste von Supernova-Explosionen entdeckt. Seine Daten waren die Grundlage für mehrere Tausend wissenschaftliche Artikel.

Das DLR erwartet den Absturz im Zeitraum zwischen Oktober und Dezember 2011. Seit Jahren ist der Himmelskörper schon im langsamen Sinkflug. Er befindet sich zurzeit noch auf einer Umlaufbahn in 500 Kilometern Höhe. Die DLR-Wissenschaftler beobachten den Satelliten von Oberpfaffenhofen aus und versuchen die Flugbahn zu berechnen. „Sonnenwinde und die Reste der Erdatmosphäre machen eine exakte Berechnung zum heutigen Zeitpunkt jedoch unmöglich“, erklärte Schütz.

Der Absturz eines Satelliten ist nichts Ungewöhnliches. „Jedes Jahr fallen mehrere Tonnen Weltraumschrott zur Erde herunter“, sagte Schütz der dpa. „Ein Teil davon erreicht auch die Erdoberfläche.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass die Trümmer bewohntes Gebiet treffen, sei jedoch äußerst gering. Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre wird „Rosat“ durch die entstehende Reibung mehr als 1000 Grad Celsius heiß werden. „Ob Teile des Satelliten das überleben, hängt von der Eintrittsgeschwindigkeit und dem Eintrittswinkel ab“, sagte Schütz. Die größten Überlebenschancen haben die Bauteile der beiden Teleskope. Sie bestehen aus Glas und Keramik und sind daher besonders hitzebeständig. Die Wissenschaftler würden den Bauplan von „Rosat“ und die Eigenschaften der Materialien in ihre aktuellen Simulationen des Wiedereintritts einbeziehen, erklärte Schütz am Sonntag. Die Vorhersagen sind umso genauer, je näher der Absturz rückt.

Viele Möglichkeiten, den Satelliten zu beeinflussen, hat das Raumfahrtzentrum nicht. Der Himmelskörper ist nicht steuerbar, und ein Abschuss birgt viele Risiken, weil die Trümmer dann andere Satelliten beschädigen könnten. Die gezielte Zerstörung sei derzeit kein Thema.

Er beobachtete die Geburt von Sternen, lieferte die ersten Röntgenbilder von Kometen: Der deutsche Forschungssatellit „Rosat“ umkreist seit mehr als 20 Jahren die Erde. Dieses Jahr wird er aus dem Weltall abstürzen – dabei könnten Trümmer auf die Erde fallen.

Da kommt was auf uns zu Deutscher Satellit stürzt ab

Der Absturz steht bevor: „Rosat“, hier in einer Zeichnung, war 1990 ins Weltall geschossen worden. Illustration: dpa/Wal



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