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Eigenwillige Süntelbuchen: "Haus Kassel" zeigt preisgekrönte Werke des verstorbenen Ralf Schröder

Foto-Ausstellung: Hexenholz ganz zauberhaft

Bad Nenndorf (oke). Für viele Menschen außerhalb der Region sind Süntelbuchen kein Begriff. Dabei wecken die Raritäten in Fachkreisen seit Jahren Staunen und Neugier. Eine Ausstellung des verstorbenen Fotografen Ralf Schröder zeigt das "Hexenholz" nun von seiner bezaubernsten Seite.

veröffentlicht am 26.09.2006 um 00:00 Uhr

Das Thema Süntelbuche hat den Fotografen Ralf Schröder faszinier

"Ich möchte nicht, dass seine Arbeit umsonst war", erklärt Sigrid Tuchel ihre Beweggründe für die Ausstellung. Die Schwester des Fotografen hat das künstlerische Vermächtnis Schröders gesichtet und nun in der Lesehalle im Haus Kassel ausgestellt. Auf die Idee kam sie anlässlich der Aktion "Sagenhaftes Bad Nenndorf", denn die Süntelbuchen seien mit ihrem eigenwilligen Wuchs wie geschaffen, eine märchenhaft anmutende Atmosphäre zu zaubern. Im Einvernehmen mit KurT-Geschäftsführerin Silke Busche wurden die etwa 70 Motive nun aufgehängt. Tuchel beschreibt ihren Bruder als introvertierten Perfektionisten. "Ich merke erst jetzt, wie sehr er sich in die Arbeit mit den Buchen gekniet hat", staunt sie. Die Fotos zeigen einzeln stehende Bäume in verschiedenen Jahreszeiten und ganze Alleen. Das Besondere an den Süntelbuchen ist ihr scheinbar ungelenkter Wuchs. Nur selten wächst ein Ast über einen Meter in die gleiche Richtung, oftmals strecken sie sich sogar vom Licht weg und stoßen wieder in den Boden, wo sie neue Wurzeln schlagen. So entstand beispielsweise auch die Süntelbuchenallee im Deister, diezu Beginn des letzten Jahrhunderts von dem Nenndorfer "Brunnengärtner" Karl Thon angelegt wurde. Aus ursprünglich 30 Pflanzen sind mittlerweile etwa 100 geworden. Woher das seltsame Wachstumsverhalten der Bäume rührt, ist bis heute unbekannt. Im Mittelalter sprach man von bösen Kräften und Flüchen, später hielt man den Pflanzungsort für entscheidend, oder das Grundwasser verhinderte ein normales Wachstum. Inzwischen hält man eine Mutation des Erbmaterials für ausschlaggebend, aber auch dieseVermutung konnte bisher nicht gesichert werden. Fest steht nur, dass die Menschen seit jeher fasziniert sind von den seltsamen Bäumen. Inzwischen gibt es weltweit nur noch einige hundert Exemplare, jedoch versucht man durch Züchtung dem Aussterben entgegenzuwirken. In der Süntel-Deister-Region stehen noch etwa 300 Exemplare, davon allein gut hundert im Bad Nenndorfer Kurpark. Die Ausstellung ist bisher nicht befristet. Informationen zum Forschungsstand rund um die Süntelbuche und ein Vorgeschmack auf die Fotografien sind unter Schröders Homepage "www.suentelbuche.de" abrufbar.

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