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Gesehen, erlebt, gestaltet: Eckart Ließ stellt in der Info-Galerie aus

Fortgesetzter Annäherungsversuch

Obernkirchen (rnk). Es ist ein kleines Jubiläum. In der Info-Galerie wurde am Wochenende die 25. Ausstellung eröffnet. In ihr zeigt der vor vier Jahren in die Bergstadt gezogene Eckart Ließ Zeichnungen, Ölbilder und Keramiken.

veröffentlicht am 08.11.2007 um 00:00 Uhr

So sieht sie aus, die gute Stube der Bergstadt: Eckart Ließ zeic

Nach seinem Umzug habe Ließ begonnen, zum Malen und Zeichnen eine neue Beziehung aufzubauen, formulierte es Rolf-Bernd de Groot in seiner Einführung. Ließ bevorzuge unpopuläre Motive, verarbeite sie zum Teil als Bildausschnitt, zudem ergänze er sie durch montageähnliche Zugaben. Natürlich spiegelt sich in seiner stilistisch ungebundenen Grafik auch die Vielseitigkeit seines lange Jahre praktizierten Berufs als Kunsterzieher am Gymnasium Ernestinum wider. Doch zu seiner kunsterzieherischen Lehrtätigkeit mit ihren verpflichtenden Richtlinien ging der Maler auf Distanz, um nurnoch für sich selber mit Materialien und Techniken frei zu experimentieren. Auffallend in der Ausstellung sind die großformatigen, lasierend erarbeiteten Ölbilder. Sie sind ohne direkte Vorbilder in der Natur entstanden, seien also kein Abbild, wie Ließ erklärt, sondern in freier Umsetzung von sinnlicher Wahrnehmung und spontan Erlebtem, häufig mit den typischen Strukturen der Steinbrüche im Bückeberg. Auf eine eher ungewöhnliche Methode der Bildproduktion gehen andere Motive zurück, die in der Ausstellung einen silbernen Rahmen tragen. Am Strande von Kyparissia auf dem westlichen Peloponnes nutzte Ließ die natürlichen Vorgänge des auflaufenden Wassers, indem er auf das überflutete Papier Tinte goss und die filigranen Zufallsproduktionen nach dem Trocknen einfühlsam ergänzte. Der hohe Salzgehalt des Mittelmeers erzeugte offenbar die körnig erscheinenden Flächengebilde und fixierte sie. Beunruhigende Motive, befand de Groot in seiner Einführung, sie reizen zu Assoziationen, lassen geheimnisvolle Gewächse erscheinen - fast wie eine Vorahnung der Brandkatastrophe in der jüngsten Vergangenheit. Neben der flächengebundenen bildenden Kunst zeigt Ließ eine kleine Serie handgefertigter Keramiken. Es sind Unikate, nicht für den Gebrauch gedacht, sondern plastische und farblich gestaltete Objekte, die sich für die Präsentation anbieten und sich erkennbar von gedrehten oder gegossenen Industrieprodukten mit deren funktionaler Zweckbindung für den täglichen Gebrauch unterscheiden. Und es gibt auch ein paar Zeichnungen der Stadt zu sehen, der sich Ließ seit vier Jahren verbunden fühlt. Als "fortgesetzten Annäherungsversuch" umschrieb es de Groot. Treffender hätte man es nicht sagen können.

Eckart Ließ
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