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Wanderung der SPD/FDP-Kreistagsgruppe / Kyrill-Schäden vor Ort besichtigt / Lob für Aufarbeitung

"Forste schaffen Ausgleich vonÖkonomie und Ökologie"

Landkreis (rd). Zu einer Wanderung im Bereich der Revierförsterei Obernwöhren haben sich Mitglieder der SPD/FDP-Kreistagsgruppe am Forsthaus Halt getroffen. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Kreisjägerschaft, Henning Holzhausen, fand eine Erkundungswanderung unter der Führung des stellvertretenden Forstamtsleiters Lothar Seidel statt.

veröffentlicht am 01.06.2007 um 00:00 Uhr

Vor dem "Teehaus" der Jägerschaft wurden die Kreistagsmitglieder

Werner Vehling rief in Erinnerung, dass die Revierförsterei Obernwöhren 1865 erbaut wurde und somit aus der Zeit stammt, als der Brandshof zum Besitz des Fürsten zu Schaumburg-Lippe gehörte. Nach dem Ende der Feudalherrschaft fiel dieses Gebiet zunächst an den Staat Schaumburg-Lippe, mit seiner Auflösung an das Land Niedersachsen und dann ab 1979 wieder an den Landkreis Schaumburg-Lippe. Der Landkreis Schaumburg hat mit etwa 3300 Hektar den größten kommunalen Waldbesitz im Land Niedersachsen. Der Landkreis setzt auf eine Naturwaldbewirtschaftung in seinen Kreisforsten. Die Kreistagsabgeordneten der SPD/FDP-Gruppe erfuhren, dass der Bückeberg ursprünglich ein Laubmischwald gewesen ist. Dieser Laubwald sei die "eigentliche natürliche Waldvegetation in Schaumburg", erläuterte Seidel. Es habe dann mit der Industrialisierung die schnell wachsende Fichte Einzug in die Schaumburger Waldbestände gehalten. Die Nadelhölzer hätten die einst bestimmenden Laubbäume mehr und mehr verdrängt und einen Bestand bis zu 65 Prozent erreicht, so der stellvertretende Forstamtsleiter: "Heute weiß man, dass dies ein Fehler und für den Wald außerordentlich gefährlich war." Es existiert ein Forsteinrichtungsgutachten für die Kreisforsten, das daher den Mischwald als Naturwald vorsieht. Die Fichte habe sehr flache Wurzeln und sei bei Sturm außerordentlich gefährdet, so Seidel. "Bei dem Sturmtief Kyrill Mitte Januar sind über 30 000 Festmeter durch den Orkan gefällt worden", berichtete der Förster. Dies entspreche nach dem Wirtschaftsplan dem doppelten Jahreseinschlag der Kreisforste. Die SPD/FDP-Gruppe machte sichüber die enormen Windbruchschäden vor Ort ein Bild und begrüßte es außerordentlich, "dass durch die naturgemäße Waldwirtschaft in den Kreisforsten ein Ausgleich von Ökonomie und Ökologie erreicht wird, der nachfolgenden Generationen gute Möglichkeiten einer ökologisch verträglichen Kreisforstnutzung bietet". Die Kreistagspolitiker von SPD und FDP sehen sich darin bestätigt, "dass mit dieser nachhaltigen Holznutzung ein wertvoller Beitrag zur Entlastung der Atmosphäre vor weiteren Freisetzungen des Treibhausgases Kohlendioxid geleistet wird". Die Mitglieder der SPD/FDP-Gruppe lobten die Arbeit bei der Aufarbeitung der Sturmschäden. Durch das schnelle Handeln sei die Ausbreitung von Holzschädlingen im Wald erheblich verringert worden.



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