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Umbau kommt langsam, aber sicher

Forstbegehung im Katzberg

Hachmühlen. Ein Fazit zog Horst Ebeling bei der Exkursion der Interessentenschaft Neustadt im Katzberg: In gut 20 Jahren wird diese bewaldete Anhöhe ein völlig anderes Aussehen haben. Es werden die letzten der dann 80 bis 90 Jahre alten, hohen Fichten einerseits gefällt sein, andererseits aber die inzwischen aufgeforsteten Mischwald-Bestände nicht so schnell nachgewachsen sein. Betreuungsförster Ebeling vom Forstamt Oldendorf führte den Mitgliedern der Forstgenossenschaft und damit Eigentümern des Waldes anhand von verschiedenen „Waldbildern“ die Entwicklung der letzten acht Jahre seit dem verheerenden „Kyrill“-Sturm aus forstfachlicher Sicht vor Augen. Forstwirt Thies Jädtke hatte maßgeblichen Anteil an der forsttechnischen Ausführung der Arbeiten gehabt und warf seine Motorsense, den Erdbohrer sowie die Kettensäge an. Besonders an lichten Stellen sei die Brombeere kurz zu halten, weil sonst alle Anpflanzungen sofort überwuchert und damit sinnlos würden. Dass eine Neuanpflanzung von Bergahorn ohne Zaun wegen des Wildverbisses problematisch sei, führte Ebeling anhand vom Rehbock abgeknickter Bäumchen vor. Eine mit Buche, Douglasie, Lärche und Bergahorn aufgeforstete Fläche sei nicht mit Draht-, sondern mit 450 laufenden Metern Hordengatter vor dem Wild geschützt. Vorteil dieses wenn auch zunächst teureren Zauns: Die Holzlatten können als Biomasse vor Ort verbleiben, Draht müsste arbeitsintensiv entsorgt werden. Auf die Frage nach der Waldentwicklung im Zuge des Klimawandels hatte der Förster nur eine vage Prognose parat: „Wir denken im Wald über Generationen, wobei immer ein großes Fragezeichen bleibt. Fest steht aber, dass erste Erträge erst nach 40 bis 60 Jahren intensiver Kosten und Arbeitsaufwandes erwartet werden können, beispielsweise durch Verkauf von Brennholz.“ Eingangs hatte Vorsitzender Christian Herbst die Gesellschaft willkommen geheißen. Dieser Waldrundgang sei auf der letzten Mitgliederversammlung angeregt worden und diesem Wunsch sei der Vorstand gern nachgekommen. Abschließend gab es auf dem Hof Herbst bei Kaffee und Kuchen eine intensive Abschlussbesprechung der nunmehr geschulten Mitglieder.

veröffentlicht am 02.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 14.11.2016 um 16:10 Uhr

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Forstwirt Thies Jädtke erläutert die Markierung mit Spraydose. gho


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