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Testbericht Renault Grand Scénic

Forsche Familienperle

Familienvan gesucht? Aber bitte nicht so eine Langweilerschleuder. Renault hat da was im Angebot: den Grand Scénic, wahlweise sogar mit sieben Sitzen.

veröffentlicht am 17.02.2018 um 00:00 Uhr

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Autor:

Jens F. Meyer
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WESERBERGLAND. Im Fußraum unter der Schmutzfangmatte haben die Renaultisten ein Geheimnis versenkt: Es ist ein Fach, ein kleines nur, aber groß genug für Fahrzeugpapiere oder den Notfuffziger, falls Tank und Portemonnaie dummerweise mal gleichzeitig leer sein sollten. Das Handschuhfach ist eine riesige, gekühlte Schublade namens Easy Life (es muss eben alles irgendwie besonders heißen, früher hätte man es einfach nur Schublade genannt), und die Rückbank legt man im Grand Scénic, diesem wohlgeformten Batzen, mit einem einzigen Knopfdruck binnen Sekunden flach, um sich danach über die fast endlose Weite in dem stylischen Familienvan zu freuen.

Wenn in diesem Fall unter der kurzen Fronthaube auch der 160 PS starke Diesel steckt, so sind es doch nicht (nur) die flotten Zossen, die dem scharf geschnittenen Model(l) Beine machen, sondern die Ideen, die ihm eine enorme Alltagstauglichkeit bescheinigen. Chapeau, Renault!

Noch dazu sieht der Grand Scénic wahnsinnig gut aus. Im Zwei-Farb-Frack aus Karmesin-Rot und Black-Pearl-Schwarz und diamantpolierten 20-Zoll-Leichtmetallfelgen sowieso. Was heißt „wrumm-wrumm“ eigentlich en francais? Mal googeln… Ergebnis: wrumm-wrumm. Also wrumm-wrumm durchs Weserbergland mit diesem scharfen Schlitten im BOSE-Design, mit BOSE-Boxen und Richbass-Tieftönern; in dieser Edition – mit Zusatzausstattungen um die 40 000 Euro wert – ist Musik drin. Fette Party mit donnerndem Sound. Über die Hürde, eine reinrassige Familienkutsche nicht wie eine Familienkutsche aussehen zu lassen, sind die Stylisten des französischen Automobilbauers hier gesprungen wie Grashüpfer Flip übers taubenetzte Morgengrün und haben eine Familienperle geschaffen. Sollten die Blagen auf den Rücksitzen zu laut plärren, dreht Vadder einfach am Lautstärkeregler, so einfach geht das.

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Beziehungsweise dreht er nicht, sondern wischt und tippt und fingert herum, weil bis auf wenige Ausnahmen die Bordtechnik digital gesteuert wird. Kann man mögen, muss man nicht. Der vertikal in die Mittelkonsole gebaute 8,7-Zoll-Touchscreen lässt jedoch in der Tat nach weniger als zehn Minuten kaum Fragen offen; die komplette Bordsteuerung, angefangen von der Belüftung über die Navigation bis zu den fünf Fahrmodi, ist ein Kinderspiel. Und wo, wenn nicht in einem französischen Automobil, erwarten wir (Mit-)Fahrenden mindestens eine kleine Verrücktheit, la petite folie, die vollkommen unnötig, aber schön ist. Hier ist es die Ambientebeleuchtung. Braucht kein Mensch. Sie rahmt die Mittelkonsole ein, scheint dezent aus den Türverkleidungen hervor – und der Farb- wechselt mit dem Fahrmodus! Bei jedem Start ist alles automatisch auf Grün, auf „Eco“ eingestellt, aber dort, wo die Klütstraße sich auf Hamelns Hausberg hinaufschwingt, dort, wo die Rühler Schweiz ihre Aufs und Abs hat, dort, wo dieser Grand Scénic durchs Hummetal Richtung Egge und Flakenholz rausgeschickt wird, dölmert er sehr früh schaltend, gewissermaßen ziemlich ecozentrisch, als dass er flugs fährt. Also raus aus dem Spar-, rein in den Sportmodus. Aus Grün wird Rot, auch im Tacho und Display. Sofort ist Meister Hemmschuh auf Krawall gebürstet. Eine Freude ist das. Oder man gönnt sich Blau… Das ist der Komfort-Modus, bei dem der Sitz den Fahrerrücken massiert.

Ach, herrlich, doch seien wir ehrlich, dass die vom Hersteller in die Papiere geschummelten 4,7 Liter Verbrauch pro 100 Kilometer im Schnitt Augenwischerei sind, sogar als Ecomobil. Wer glaubt schon an den Weihnachtsmann? Spätestens an der Tanksäule spuckt der Bordcomputer die wahren Zahlen aus: 7,0 Liter. Ist auch noch okay, allein: Man könnte offensiver damit umgehen. Wo ist das Problem?



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