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Anderthalb Jahre nach Start: Coating Innovation auf Sprung nach Asien

Folien finden den Weg in alle Welt

Lauenau (nah). In einem großen Fabrikgebäude im Lauenauer Logistikpark sind findige Konstrukteure am Werk. Sie beschichten Papier und Folien derart, dass aufwändige Lackierungen glatt ins Hintertreffen geraten. Anderthalb Jahre nach der Gründung von "Coating Innovation" besuchte der Schaumburger CDU-Landtagsabgeordnete Joachim Runkel als Teil seiner Sommertour durch hiesige Unternehmen gemeinsam mit Vorstandsmitgliedern des Rodenberger CDU-Amtsverbandes die Ideenschmiede. Sein Rat: Die Firma sollte sich bei der Innovationsoffensive des Landes Niedersachsen beteiligen: "Das kann den Bekanntheitsgrad nur steigern."

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:18 Uhr

Endlos Folien aus dem Drucker: Joachim Runkel lässt sich von Tho

So ganz offen mit dem, was in dem hohen grauen Betriebsgebäude entwickelt wird, wollte der Technische Leiter Thorsten Achilles nicht herausrücken. "Für unsere Neuheiten gibt es Geheimhaltungsklauseln", bat er die Gäste um Verständnis. Gerade befinde sich ein neues Produkt im Versuchsstadium, mit dem "Coating Innovation" in der Fachwelt "in etwa drei bis vier Monaten" auf große Aufmerksamkeit stoßen werde. Vertriebsleiter Thorsten Gehring verwies auf die "Nischen", die im Markt gesucht würden. Unter anderem stellt das Unternehmen eine schwarze Hochglanzfolie für die Möbelindustrie her. Das Produkt erinnert optisch an Klavierlack. Die Oberfläche ist kratzfest, lebensmittelecht und damit beständiger als eine zehnfache Lackierung. Den einzigen Makel ihres fast vollkommenen Produkts würden die Lauenauer Tüftler am liebsten auch noch schnell tilgen: Irgendwann sollen auf der Oberfläche keine Fingerabdrücke mehr zu sehen sein. Seit seinem Start hat "Coating" nach eigenen Angaben mehr als acht Millionen Euro investiert. Auf großen Druckern werden Folien in einer Breite von bis zu 1,80 Meter bedruckt. Unter dem Kunstbegriff "Cytack", in dem das englische Wort "tack" für "haften" enthalten ist, finden die Produkte bereits jetzt den Weg in alle Welt. Europaweit werden Großhändler beliefert. "Jetzt sind wir auf dem Sprung nach Asien und Aus tralien", freute sich der Mitgesellschafter und Verantwortliche für Personal und Finanzen in der Firma, Thomas Lindhaus. Der nächste Schritt über den Atlantik in Richtung Amerika ist bereits in Vorbereitung. Gehring erläuterte die Vielfalt der Möglichkeiten: Aufnehmende Oberflächen müssten nicht unbedingt glatt sein: "Mit Folien lassen sich auch Tiefenwirkung, Glanz oder Strukturen entwickeln." Entsprechend groß sei die Bandbreite der Einsatzfelder. Folien aus Lauenau werden in sensibler Medizintechnik ebenso eingesetzt wie in großflächiger Werbung oder zum Beispiel als Schutz für Dokumente oder Archivalien. Herzstück der technischen Ausstattung ist die Beschichtungsanlage, auf der spezielle Applikationen möglich sind. Mit dieser Anlage will "Coating Innovation" in naher Zukunft noch mehr punkten: Hier lassen sich dank flexibler Einsatzmöglichkeiten Kundenwünsche rasch umsetzen. Das Trio an der Unternehmensspitze sieht dafür nicht zuletzt den Standort als ideal an: "Unsere internationalen Gäste sind stets sehr zufrieden mit der kurzen Distanz zwischen dem hannoverschen Flughafen und uns", berichtet Achilles. Lindhaus erläutert die personelle Situation: Als Ziel bis 2010 werde die Aufstockung der Belegschaft von derzeit 28 auf "mehr als 40" angestrebt. Ein weiterer, nicht unbedeutender Schritt folgt in Kürze: Für einen künftigen Industriemechaniker wurde eine Ausbildungsstelle geschaffen.

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