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Hellmann ist erster Vorsitzender

"Förderverein Synagoge" geht an den Start

Stadthagen (ssr). 45 Personen wollen von Anfang an dabei sein und haben sich deshalb als Gründungsmitglieder für den "Förderverein ehemalige Synagoge Stadthagen" eingetragen. Zum Vorsitzenden ist auf der Gründungsversammlung am Dienstagabend im Marie-Anna-Stift Bernd Hellmann gewählt worden, seine beiden Stellvertreter sind Jürgen Lingner und Andreas Kraus.

veröffentlicht am 20.11.2008 um 00:00 Uhr

Der erste Vorstand des neugegründeten Fördervereins: Bernd Hellm

Zweck des neuen Vereins ist laut Satzung der Ausbau der ehemaligen Synagoge auf dem Grundstück Niedernstraße 19 zu einem Gedenk-, Lern- und Dokumentationsort über die Nazi-Zeit in Schaumburg (siehe Kasten). Das Vorhaben versteht sich ausdrücklich als Teil des kreisweiten "Erinnerungsprojektes Schaumburg". Dessen Träger, die "Schaumburger Landschaft", hatte empfohlen, die frühere Synagoge als zentralen "Knotenpunkt" des dereinst mehrere Standorte vernetzenden Erinnerungsprojektes zu verstehen. Die Stadt hat dieses Gebäude für zunächst 20 Jahre gemietet. Wie Bürgermeister Bernd Hellmann berichtete, wurde der frühere Lagerraum mittlerweile leergeräumt und entkernt, die Elektrik abgeklemmt und das wild wuchernde Efeu entfernt. Ein schmaler Zwischenbau zum davor liegenden Geschäftshaus wurde abgebaut. Das alles seien "Vorleistungen der Stadt", so Hellmann, um gute Voraussetzungen für die Restaurierung zu schaffen. Der Ausbau und auch das spätere Betreiben der Gedenkstätte müsse aber langfristig "in erster Linie vom Engagement der Bürgerschaft getragen werden", betonte der Bürgermeister. Die Stadt sei, vor allem in der jetzigen Anlaufphase, zu kräftiger Unterstützung bereit. In diesem Sinne sei auch seine Bereitschaft, für drei Jahre Vorsitzender zu sein, zu verstehen. Mittelfristig wolle sich die Kommune dann aber allmählich "eher zurückziehen". Hellmann zeigte sich daher erfreutüber die hohe Zahl von 45 Gründungsmitgliedern. Weitere Interessierte hätten sich bereits gemeldet, wusste er. Der Vorsitzende begrüßte, dass unter den Mitgliedern auch einige Pädagogen, Architekten und Finanzexperten seien, was bei der Umsetzung dieses Projektes hilfreich sein könne. Als "geradezu wundervoll" bezeichnete es Hellmann, dass zu den Gründungsmitgliedern die Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinden Bückeburg und Bad Nenndorf, sowie Vertreter der verschiedenen christlichen Gemeinden und des Türkisch-Islamischen Kulturvereins in Stadthagen zählen. Zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden wählte die Gründungsversammlung Jürgen Lingner, den Leiter des bisherigen Arbeitskreises "Juden in Stadthagen". Zweiter Vize ist der Lehrer Andreas Kraus, der seit vielen Jahren mit Schülern Projekte zur Aufarbeitung der Nazi-Zeit gestaltet. Mit der Geschäftsführung betrauten die Mitglieder Stephanie Schädel von der Stadtverwaltung. Zum Schriftführer gewählt wurde Vize-Bürgermeister Wolfgang Rehrmann, Kassierer ist der frühere Sparkassen-Chef Günter Möller. Als Beisitzer fungieren Marina Jalojawa von der Jüdischen Gemeinde Bad Nenndorf, der Ingenieur Dieter Esse, der Künstler Frieder Korff und die Pädagogen Wilfried Brinkmann und Andrea Henning.

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