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Vorschlag für einen Modellversuch

Förderschulen: Bald eine weniger im Landkreis?

Landkreis (jl). Im Schaumburger Land bahnen sichÄnderungen bei der Betreuung von Schülern mit Förderbedarf an. So steht möglicherweise eine der drei Förderschulen zur Disposition. Weiter soll das System der Förderung von Kindern mit emotionalen und sozialen Entwicklungsstörungen ausgebaut werden.

veröffentlicht am 08.11.2008 um 00:00 Uhr

Im Jugendhilfe- sowie im Schulausschusses des Kreistages hat Regierungsschuldirektor Jürgen Landfester bilanziert, dass die sonderpädagogische Förderung von Kindern mit Lern- und Sprachstörungen mittlerweile in allen 26 Schaumburger Grundschulen üblich ist. Der Kreis stelle hier landesweit "ein Musterbeispiel" dar. Landfester stellte heraus, dieses Modell für die Entwicklung der Kinder sei besser als der Besuch von Förderschulen. Das hätten wissenschaftliche Untersuchungen dieses sogenannten integrativen Modells belegt. Die andere Seite des Modells: Die Zahl der Förderschüler im Kreis ist seit dem Schuljahr 2005/06 um 40 Prozent von 497 auf jetzt 288 gesunken. Da erhebe sich die Frage: "Was soll auf Dauer mit den drei ,Förderschulen Lernen' geschehen", skizzierte der Redner. Hierfür solle die Kreisverwaltung bis zur nächsten Sitzung des Schulausschusses Vorschläge machen. Auf Null werde die Zahl der Förderschüler und der -schulen nie gehen, machte Schuldezernentin Eva Burdorf auf Nachfrage des CDU-Abgeordneten Horst Sassenberg deutlich. Es gehe aber darum, die Ressourcen des Schulträgers möglichst schonend einzusetzen. Um Ressourcen ging es auch im zweiten Kapitel zum Komplex Förderung, und zwar um Kinder mit emotionalen und sozialen Entwicklungsdefiziten. Deren Zahl ist nach den Darlegungen einer Mitarbeiterin des Jugendamtes steigend. Es gebe immer mehr Kinder im Grundschulalter, die zeitweilig nicht beschulbar seien -Tendenz steigend. Dem Problem wird im Kreis nach den Erläuterungen Landfesters seit rund zwei Jahren durch das Schulische Beratungszentrum (SBZ) in Obernkirchen begegnet. Diese Gemeinschaftseinrichtung von Kreis und Landesschulbehörde beschränkt sich bis jetzt auf eine ganzheitliche Beratung von Kindern. Laut dem Konzept für die Einrichtung soll dieBetreuung nach zwei Jahren Anlaufphase aufgestockt werden -durch Diagnostik sowie individuelle Fördermaßnahmen. Burdorf, Landfester und andere verdeutlichten, dass zu diesem Mehr an Leistung mehr personelle Ressourcen gehörten als jetzt. Geklärt werden müsse die Struktur und die Platzierung dieser größeren Einrichtung. Geklärt werden soll zunächst, ob das größere SBZ als Modellversuch mit Unterstützung des Kultusministeriums laufen kann. Dazu braucht die Kreisverwaltung einen politischen Auftrag. Den hat sie in einem ersten Anlauf als einstimmige Empfehlung von den beiden Ausschüssen bekommen.

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