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Kreisbauausschuss besichtigt Leibzucht und Vehlener Mühle / Energiespar-Wettbewerb für kreiseigene Schulen

Fördergelder, die der Historie eine Zukunft geben

Vehlen (sig). Es war ein historisches Plätzchen, das der Bauausschuss des Landkreises aufsuchte - der Meierhof an der Straße nach Ahnsen. Ihn gab es schon zu einem Zeitpunkt, als an die B 65 noch nicht zu denken war und Pferdefuhrwerke nur dank einer flachen Furt das Bett der Aue durchqueren konnten. Wer von Vehlen nach Ahnsen fahren wollte, bogüber das Hofgelände nach Süden ab. Die Kreispolitiker ließen sich darüber informieren, schenkten ihr besonderes Augenmerk aber der an dieser Stelle umfangreich sanierten früheren Leibzucht und auch der Vehlener Mühle. Schließlich wollten sie das Resultat der öffentlichen Förderung mit ProLand-Mitteln hier vor Ort genauer unter die Lupe nehmen.

veröffentlicht am 14.03.2007 um 00:00 Uhr

Der Bauausschuss des Landkreises begutachtet die Vorderfront der

Und dabei konnte ihnen ein Mann hilfreich zur Seite stehen, der in Absprache mit dem Hausbesitzer Holger Meier die Sanierungsmaßnahmen geplant und überwacht hatte und außerdem so viel über die Historie dieses Bereiches weiß, wie vermutlich kaum ein anderer. Beides gilt für den stammenden Diplom-Ingenieur und Architekten Volker Wehmeyer. Zu diesem Hof aus dem 16. Jahrhundert gehörte einst auch die Wassermühle, die sich heute in Privathand befindet und von einem eigenen Mühlenverein betreut wird. Sie befand sich früher im Besitz des Fürstenhauses. "Hier an diesem alten Handelsweg war einst eine Gerichtsstätte und die erste Kirche", informierte Wehmeyer. Die aus dem Jahre 1835 stammende Leibzucht hatten einst die Großeltern von Holger Meier bewohnt, damals zusammen mit Haustieren, für die Stallungen errichtet worden waren. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat das Gebäude leer gestanden. Holger Meier will es einer neuen Nutzung zuführen. Deshalb wurden zunächst einmal die Außenwände und das Dach saniert. "Meine Großeltern hatten einen Teil der Diele abgemauert; das haben wir auch bereits zurückgebaut", berichtete der heutigen Hauseigentümer. Auf dem Boden habe man noch verschiedene Fragmente entdeckt, unter anderem die bunten Scheiben des Kammerfensters. Die Wände sind größtenteils neu ausgemauert und mit Lehm verputzt worden. Für das Dach wurden Hohlpfannen verwendet, die einen rustikalen Eindruck vermitteln. Auch an das Einsparen von Energiekosten wurde gedacht. Sämtliche Fenster sind erneuert und mit Isolierglas versehen worden. Die große Diele wird mit einem Ofen beheizt, der aus verschiedenen Steinblöcken und Lehm gemauert wurde. Mit seiner besonderen Form ist er ein echter Blickfang im Dielenbereich. Volker Wehmeyer zeigte dem Bauausschuss auch, was dank vieler Eigenleistungen des Mühlenvereins und durch die Unterstützung der Stadt sowie mit Hilfe öffentlicher Förderung alles im Mühlengebäude geschaffen wurde. Trotz der Renaturierung der Bückeburger Aue besteht künftig die Möglichkeit, zu Vorführungszwecken die Mahlanlagen der Wassermühle in Gang zu bringen. Die vorhandene Technik entspricht der des Jahres 1950. Die Mitglieder des von Manfred Spenner geleiteten Kreisbauausschusses verfolgten die Ausführungen des Architekten und Planers mit sichtlichem Interesse. Sie hielten anschließend auf der dafür speziell als Sitzungsraum hergerichteten Diele der Leibzucht einer Sitzung ab, zu der Holger Meier Kaffee und Kuchen und anschließend auch etwas "Meierhöfer" beisteuerte. Imöffentlichen Teil der Zusammenkunft nahmen die Ausschussmitglieder zur Kenntnis, dass der Landkreis einen Energiespar-Wettbewerb für die kreiseigenen Schulen ausschreibt. Dabei sollen Preise im Gesamtwert von 10 000 Euro zu gewinnen sein. Die Hälfte dieser Summe wird von den Energieversorgern e-on, Stadtwerke Rinteln und Stadtwerke Schaumburg-Lippe beigesteuert. Die Projektphase läuft bis Ende 2007. Im Jahr danach soll mit der Umsetzung der Ideen begonnen werden.

Auch die alte Vehlener Mühle stoßen den Kreispolitikern auf groß
  • Auch die alte Vehlener Mühle stoßen den Kreispolitikern auf großes Interesse.


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