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Schaumburger Trachtentänzer zu Besuch in Australien

Flügelhauben bleiben zu Hause

Landkreis (sk). Mitglieder des Arbeitskreises "Trachten" der Schaumburger Landschaft und Mitglieder der Trachtengruppen aus Nordsehl, Meinsen-Warber, Probsthagen und Haste haben die Südküste Australiens bereist und den "Deutschen Volkstanzkreis" in Adelaide besucht.

veröffentlicht am 23.05.2008 um 00:00 Uhr

Den Ozean im Rücken: Abseits der Great Ocean Route posieren die

Adelaide liegt am Saint Vincent-Golf und wurde 1836 nach Adelheid von Sachsen-Meiningen benannt, der späteren englischen Queen Adelaide. Viele Einwohner der Küstenstadt sind deutschstämmig. So hat sich in Adelaide ein "Deutscher Club" gegründet, in dem sich unter anderem ein Volkstanzkreis formierte. Über das Internet ist der Schaumburger Arbeitskreis "Trachten" auf die Tänzer im fernen Australien aufmerksam geworden. Es wurde Kontakt aufgenommen und bald eine Reise auf den fünften Kontinent geplant. Nach zweijähriger Vorbereitungszeit ging es los. "Berührungsängste" hatten Gäste und Gastgeber nicht. Flugs banden die Schaumburger die neuen australischen Freunde in den "Obernkirchner" ein, einen Achttourigen, bei dem beliebig viele Tänzer mitmachen können. In ihrer Tracht traten die meisten Schaumburger allerdings nicht auf. Aus Gewichtsgründen hatten die Tänzer nur insgesamt vier der schweren Trachten - zwei "Lindhorster" und zwei "Bückeburger" - im Reisegepäck. Flügelhauben und Bernsteinketten mussten außerdem zu Hause bleiben. Sehr interessiert seien die Gastgeber dennoch gewesen an der prachtvollen Schaumburger Tracht, so Reiseorganisator Manfred Gümmer aus Nordsehl. Der Kontakt zu den Gästen war herzlich. "Die Gastfreundschaft hat fasziniert", so Horst Asche, Mitglied der Probsthäger Trachtengruppe. Und Deutsche Küche gab es auch. Mit Sauerkraut und Wiener Schnitzel bewirteten die Australier ihre 36 Tanzfreunde aus Schaumburg. Diese aber waren nicht nur der Gleichgesinnten wegen nach Australien gereist. Die Schaumburger wollten etwas sehen vom fünften Kontinent - und waren überwältigt. Asche zeigte sich tief beeindruckt von der Weite des Landes. Und Manfred Gümmer, der schon Los Angeles und New York gesehen hat, erlebte Sydney als "faszinierendste Stadt der Welt". Einen Sonnenaufgang am berühmte Monolithen Ayers Rock haben die Schaumburger erlebt, 60 Känguruhs auf dem Gelände eines Hotels gesehen und sind per Bus auf der Great Ocean Road nach Melbourne gereist. Dort war Asche "live" bei einem Formel-1-Rennen dabei. Trachtentänzer sind eben nicht nur für Volkstümliches zu begeistern.

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