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Der Ortsverein Nienstädt im Deutschen Roten Kreuz blickt auf sein 75-jähriges Bestehen zurück / 11 575 Blutspender

Fliegerbombe zerstörte alle Unterlagen

Nienstädt (jw). Einen geschichtlichen Rückblick auf das Bestehen des DRK-Ortsvereins Nienstädt hat dessen Vorsitzende Edith Picker vor Kurzem auf der Hauptversammlung der Mitglieder gegeben. „Sie alle haben dazu beigetragen, dass unser Verein 75 Jahre besteht und sich weiter entwickelt“, so Picker.

veröffentlicht am 28.03.2012 um 17:17 Uhr
aktualisiert am 28.03.2012 um 18:52 Uhr

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Das Gründungsjahr der Gemeinschaft legte der damalige Vorstand auf 1937 fest. Die genaue Bestimmung des Zeitpunkts ist schwer, da sämtliche Gründungsunterlagen 1943 von einer Fliegerbombe zerstört wurden. Aus Erzählungen des Gastwirts Fritz Krömer, der Mitbegründer des Vereins war, sei jedoch hervorgegangen, dass die Gründung im Jahr 1937 vollzogen sein worden müsste. Allerdings sind zwei in Sütterlinschrift verfasste Mitgliederlisten gefunden worden. Aus denen geht hervor, dass der Ortsverein im Jahr 1940 130 Mitglieder hatte. Auch über die wechselnden Vorsitzenden existieren Protokolle. Ab 1961 leitete der Zahnarzt Günter Rabe den Verein. Aus einem Pressebericht seinerseits gehe hervor, dass er anlässlich der Weihnachtsfeier im Jahr 1964 rund 200 Mitglieder begrüßen konnte – der Verein wuchs also. Weitere 70 Mitglieder gewann der Nienstädter Verein im Jahr 1968 durch den Anschluss des Sülbecker DRK-Vereins.

Seine große Bedeutung bewies die Gemeinschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. „Die Vertreibung und Umsiedlung unzähliger Menschen forderte den sozialen Einsatz der Rotkreuz-Gesellschaft“, berichtete Picker. Auch die Familienzusammenführung durch den Suchdienst des DRK sei von großer Bedeutung gewesen.

Um für Unglücke gewappnet zu sein, nahmen Helferinnen, die eine Schwestern- oder Schwesternhelferinnenausbildung hatten, an Katastrophenschutzübungen teil. Aus einem Pressebericht geht hervor, dass im Jahr 1959 zur Übung ein Explosionsunglück im Steinbruch Nienstädt-Wendthagen simuliert wurde. Als im Jahr 1962 Hamburg von einer großen Flut betroffen war, kamen zwei Helferinnen aus dem Nienstädter Verein dort zum Einsatz. In den weiteren Jahren begleitete der Verein Kindertransporte und betreuten sportliche Veranstaltungen.

Eine der wichtigsten Aufgaben ist heute die Organisation und Durchführung der Blutspendetermine. Im Jahr 1959 hat der Verein die erste Spende in der alten Schule in Nienstädt abgehalten. „Bis zum heutigen Tag haben 11 575 Personen in Nienstädt Blut gespendet“, so Picker. Zu den heutigen Hauptaufgaben zählt vermehrt die Hilfe für die Tafeln im Landkreis Schaumburg. Mit den Worten „Hilfsbereitschaft anstelle von Gleichgültigkeit soll weiterhin unser Ziel sein“, beendete die Vorsitzende ihren Rückblick bei der Hauptversammlung.

• Im September dieses Jahres will der Verein noch eine große Jubiläumsfeier ausrichten.



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