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Vierjährige Julia leidet an Mukoviszidose / Mutter Daniela Niederland setzt sich für Helfer ein

Flaschen sammeln, damit's Kranken besser geht

Bernsen (la). Julia Niederland ist ein fröhliches Mädchen. Lachend rennt sie in der Kindertagesstätte Rolfshagen auf ihre Mutter zu und umarmt sie freudig. Auf den ersten Blick ist der Vierjährigen ihre schwere Krankheit nicht anzusehen, aber Julia leidet an Mukoviszidose, einer Stoffwechselerkrankung, die Lunge, Bauchspeicheldrüse und Leber betrifft.

veröffentlicht am 14.06.2008 um 00:00 Uhr

Daniela Niederland mit ihren Kindern Julia (4) und Philip (7). F

Erst vor einem Jahr ist die Krankheit, die bis heute nicht heilbar ist, bei Julia festgestellt worden. "Es klingt vielleicht komisch, aber wir sind froh, dass wir endlich eine Diagnose haben und wissen, was wir tun können", sagt Mutter Daniela Niederland. Schon von Geburt an habe Julia unter Bauchschmerzen und fettigen Durchfällen gelitten und ständig habe sie leichten Husten und Schnupfen gehabt. "Wir waren ständig bei Kinderärzten, aber niemand hat die Krankheit erkannt", erzählt die 28-Jährige. Als großes Glück bezeichnet die Mutter den Tag, als Julia wieder einmal starken Durchfall hatte und ihr dabei ein Stück Darm aus dem After kam. "Wir haben unsere Tochter sofort ins Krankenhaus gebracht, und nach zahlreichen Untersuchungen bekamen wir zwei Wochen später endlich die Diagnose." Natürlich sei sie, ebenso wie ihr Mann Axel, erschüttert gewesen, aber durch eine Kur, die Mutter und Tochter in einer speziellen Einrichtung machten, wurden sie psychologisch aufgebaut und lernten, mit der Krankheit umzugehen. "Julia ist jetzt mit Tabletten gut eingestellt, und zwei Mal pro Woche gehen wir zur Krankengymnastik, um schleimlösende Übungen, also Atemtherapien zu erlernen", erklärt die Mutter. Alle drei Monate fährt die Familie, zu der noch der siebenjährige kerngesunde Philip gehört, nach Hannover in die Medizinische Hochschule. Julia geht es zurzeit sehr gut. Sie wächst endlich und nimmt zu. Dazu tragen die Medikamente bei, die sie lebenslang einnehmen muss. Unter normalen Umständen nimmt sie sieben bis zwölf Tabletten täglich. Jede "Unterlassungssünde" wird sofort bestraft. "Julia hat einmal Nusskuchen gegessen und keine Kapseln dazu genommen. Eine Woche lang litt sie unter Durchfall", erinnert sich Daniela Niederland. Die Eheleute sind froh, dass Mütter und Väter vor ihnen für die Erforschung von Mukoviszidose gekämpft haben. "Das hilft uns heute sehr. Aber noch immer müssen zu viele Kinder an der Stoffwechselkrankheit sterben", so Daniela Niederland. Deshalb will sich die Mutter jetzt für den Verein "Mukoviszidose e.V." und die "Christiane- Herzog-Stiftung" einsetzen, die versuchen, die Situation der Betroffenen noch zu verbessern. Daniela Niederland arbeitet in einem Supermarkt und sieht dort täglich viele Kunden, die säckeweise PET-Pfandflaschen abgeben. "Irgendwann habe ich gedacht, wenn mir jeder dieser Kunden nur ein paar Flaschen geben würde, dann käme eine ordentliche Spendensumme für die Mukoviszidose-Einrichtungen heraus." Da die 28-Jährige eine Frau der Tat ist, will sie nun im Auetal und darüber hinaus, PET-Flaschen für den guten Zweck sammeln. Die erste große Sammelaktion findet beim Sommerfest der Kindertagesstätte Rolfshagen am Sonnabend, 21. Juni, statt. Dort wird ein Trecker mit Frontlader aufgestellt, in den Spender ihre PET-Flaschen werfen können. Zudem werden Dosen für Geldspenden aufgestellt, und es gibt jede Menge Informationen. Außerdem will die engagierte Mutter beim Flohmarkt der Ferienspaß-Aktion sammeln und bei weiteren Aktionen im Auetal. Sie will Supermärkte abklappern und Kunden direkt ansprechen, "Muko-Dosen" aufstellen und ein Puppentheater zu dem Thema organisieren. Bis zum Herbst will sie informieren und sammeln und dann den gesamten Erlös im Haus "Schutzengel" in Hannover - hier werden besonders schwer erkrankte Kinder betreut - je zur Hälfte an den Verein Mukoviszidose e.V. und die Christiane-Herzog-Stiftung übergeben. "Ich würde mich freuen, wenn sich viele an der Sammelaktion beteiligen und mir helfen zu helfen", so Daniela Niederland. Für mehr Informationen zur Sammelaktion steht sie unter (05753) 92 76 39 gern zur Verfügung.

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