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Vor Gericht: Acht Monate für Gewalttat auf Geburtstagsfeier in Rehburg-Loccum / Für S. wird die Luft immer dünner

Flasche auf den Kopf: Erneut Haftstrafe für Neonazi

Landkreis/Stolzenau (rd). Für Arwid S. (22), führendes Mitglied der Schaumburger Neonazis und offenbar zweiter Mann hinter Marcus W., wird die Luft immer dünner. Es sieht so aus, als müsse er demnächst gesiebte Luft atmen. Das Amtsgericht Stolzenau hat den Lindhorster jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung zu acht Monaten Haft verurteilt.

veröffentlicht am 27.04.2007 um 00:00 Uhr

Erst im März hatte das Stadthäger Amtsgericht gegen S. nach verschiedenen Delikten eine neunmonatige Freiheitsstrafe verhängt, ebenfalls ohne Bewährung (wir berichteten). Gegen diese Entscheidung ist der 22-Jährige in Berufung gegangen, über die demnächst vor dem Landgericht in Bückeburg verhandelt wird. Im ungünstigsten Fall aus Sicht des Angeklagten werden beide Urteile rechtskräftig. Darüber hinaus soll es mindestens eine offene Bewährung geben, die widerrufen werden könnte. Dann wäre S. wohl für längere Zeit weg vom Fenster, die rechte Szene würde einen ihrer Aktivposten verlieren. Vor dem Amtsgericht Stolzenau ging es um einen Fall aus Rehburg-Loccum. Auf einer privaten Geburtstagsfeier im August vergangenen Jahres hatte Arwid S. den Vater der Gastgeberin (20) mit einer leeren Flasche auf den Kopf geschlagen. Die Platzwunde musste genäht werden, noch heute ist deutlich eine Narbe zu sehen. Nachdem die Party seiner Tochter durch eine Mischung aus zu viel Alkohol und rechter Musik etwas außer Kontrolle geraten war, hatte der Hausherr versucht einzugreifen - mit schmerzhaften Folgen. Vor Gericht war eine Aussetzung der Strafe jetzt kein Thema. Wie es während der mündlichen Urteilsbegründung hieß, sei der dreimal einschlägig vorbestrafte S. ein Bewährungsversager. Zum Zeitpunkt der Tat in Rehburg-Loccum, begangen nur wenige Tage nach einer früheren Verurteilung, habe der 22-Jährige unter Bewährung gestanden. Die zuständige Staatsanwaltschaft Verden hatte neun Monate Haft gefordert. Grund für die leichte Differenz: Zugunsten des Angeklagten berücksichtigte das Gericht dessen Alkoholisierung. Bereits in Stadthagen war der Neonazi zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Unter anderem hatte er, unterstützt durch einen Gesinnungsgenossen, die Polizei mit falschen Notrufen in Atem gehalten sowie während einer Demonstration in Bad Nenndorf einen Beamten gegen ein stehendes Auto gestoßen.



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