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Bewerbertraining am "Zukunftstag" / Vorstellungsgespräche und Einstellungstests

Fit für den Job: Experten bringen die Herderschüler ins Schwitzen

Bückeburg (mig). Piercings in Mund und Nase, Kettentragende Jungs? "Das geht gar nicht", machte Frank Schwager von der Geschäftsstelle der Barmer in Hannover den Schülern der 9. Klassen in der Herderschule klar. Anlässlich eines zweitägigen Bewerbungstrainings gab er Beispiele für richtiges Verhalten im Vorstellungsgespräch und ließ die Jugendlichen Einstellungstest schreiben.

veröffentlicht am 03.05.2007 um 00:00 Uhr

Mehr Haltung: Schwager geht auf jeden Einzelnen ein. Foto. mig

Zwei Tage lang brachte Frank Schwager gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Schäfer (Regionalgeschäftsstelle der Barmer in Bückeburg), die Schüler richtig ins Schwitzen. Einstellungstests, Kleiderkontrolle, Umgangsformen: Im Rahmen des Zukunftstages wurde nicht nur graue Theorie vermittelt, Schwager gab auch ganz konkrete Tipps für zukünftige Vorstellungs-Gespräche. Während die Jugendlichen bei den Theorie-Tests ganz gut abschnitten, musste Schwager in Sachen Kleiderordnung Nachhilfe geben. "Könnt ihr mit diesem Rock eine Karte vom Boden aufheben?", fragte er einige Mädchen in kurzem Mini und ermahnte die Schülerinnen, vor einem Chefgespräch die eigenen Schmuckstücke zu zählen. "Ihr solltet euch nicht wie einen Tannenbaum behängen". Nach der Kleiderabnahme wurde im Klassenraum dann ein echtes Vorstellungsgespräch simuliert. Bei jedem Fehler brach Schwager den Test ab und erläuterteden Missgriff. Weit kam deshalb kaum einer: Schon an der Tür, beim ersten Handschlag oder beim Eintreten waren die meisten Jugendlichen viel zu forsch. "Ihr seid der Gast, ihr müsst euch führen lassen", betonte Schwager. Im Anschluss an das Training zeigte sich der Referent aber trotzdem zufrieden mit den Schülern der Herder-Schule. "Ich bin richtig begeistert; sie passen gut auf und lassen sich nicht leicht ablenken", meinte er. Erreichen will der Hannoveraner, der auch für die Einstellung von Praktikanten zuständig ist, vor allem eines. "Ich möchte den Schüler vermitteln, dass es auch auf die Kopfnoten ankommt. Arbeits- und Sozialverhalten und unentschuldigte Fehltage sind Einstellungskriterien, so etwas lieben wir." Lehrer Günther Biallas und der kommissarische Konrektor Martin Wilkening zeigten sich begeistert vom Ausflug in die Berufspraxis und nutzten die Gelegenheit zur Imagekorrektur. "Es ist uns wichtig, dass der Eindruck revidiert wird, wir würden den Kindern ihre Zukunft verbauen", antwortete Wilkening auf die Elternschelte am "schlecht vorbereiteten Zukunftstag". Gerade auf diesem Gebiet mache die Schule viel, um die Jugendlichen zu unterstützen, betonte der kommissarische Konrektor. So werden Bewerbungen geschrieben und gegengelesen, außerdem wird der JUMP-Day, werden aber auch Berufsberater besucht. "Vor der jüngsten Jobbörse haben wir die Schüler gefragt, ob jemand hin will, das waren keine zehn Prozent. Wir finden, dass diese Stunden in Veranstaltungen wie die heutige besser investiert sind", meinte Günther Biallas. Das zweitägige Seminar, das seit letztem Jahr stattfindet, wird auch im nächsten Jahr wieder angeboten werden.



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