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Heute Brandursachen-Kommission des LKA in abgebrannter Scheune

Fischbeck: Feuerteufel am Werk?

Einsturzgefahr: Stützbalken sind durchgebrannt, Helfer machen einen lebensgefährlichen Job. Gestern suchte Spürhund Ceyenne nach Brandbeschleuniger (kleines Bild). Fotos: ube Fischbeck (ube). Es ist die Frage, die sich in diesen Tagen alle im Ort stellen: War in Fischbeck ein Feuerteufel am Werk? Bereits am 4. Januar hatte es im Dorf gebrannt. Nur ein paar Straßen weiter stand da frühmorgens um 3.24 Uhr ein Lagerschuppen in Flammen. Der Großbrand am vergangenen Dienstag auf dem Bauernhof von Anneliese und Heinrich Bartling wurde um 2.40 Uhr entdeckt. Dieser Scheunenbrand gibt der Polizeiinspektion Hameln Rätsel auf. "Wir ermitteln derzeit in alle Richtungen, können eine Brandstiftung nicht ausschließen", sagte gestern Kommissar Uwe Stenzel gegenüber unserer Zeitung.

veröffentlicht am 08.02.2007 um 00:00 Uhr

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Gemeinsam mit der Kriminaltechnikerin Martina Lönneker untersuchte der Brandursachen-Ermittler des 1. Fachkommissariats stundenlang den Schutt in der völlig zerstörten Scheune. Das Team erhielt tierische Unterstützung: Zwei Brandmittel-Spürhunde waren im Einsatz. Diese Supernasen können Reste von Benzin und Öl riechen. Ob die Spezialhunde angeschlagen haben, wollte Stenzel nicht sagen. "Die Spurensuche ist noch nicht abgeschlossen", sagte der Kommissar. Heute um 10 Uhr wird die Brandursachen-Kommission des Landeskriminalamtes in Fischbeck erwartet. Auch 36 Stunden nach Ausbruch des Feuers auf dem Hof an der Dammstraße kämpften Freiwillige in dem einsturzgefährdeten historischen Gebäude gegen Glutnester. Bis gestern Nachmittag hatten die Mannschaften bereits 678 000 Liter Wasser in das Gebäude gespritzt - ohne Erfolg. Vor allem im Stroh hielt sich die Glut. Gut, dass der Nährenbach in den Nähe fließt. Hessisch Oldendorfs stellvertretender Stadtbrandmeister Hans-Jürgen Hoffmann ließ am Morgen eine Löschlanze aus Kirchohsen holen. Sie wurde in die glimmenden Ballen gebohrt. "Mit dem Gerät können wir das schwelende Feuer von innen bekämpfen", sagte Hoffmann. Als die Fischbecker Feuerwehrleute nach 16-stündigem Löscheinsatz am Ende ihrer Kräfte waren, baten sie Dienstagabend gegen 19 Uhr um eine Pause. Mitglieder der Ortsfeuerwehren Zersen und Wickbolsen lösten ihre Kameraden ab. Helfer aus Hessisch Oldendorf sorgten für Licht. Die durchgefrorenen Freiwilligen wurden von den FleischermeisternThorsten Philipp und Werner Schulte mit heißer Hochzeitssuppe und warmen Würstchen versorgt. Um 22.30 Uhr kehrten die Feuerwehrleute aus Fischbeck zurück an den Brandort. "Erst um 1 Uhr sind wir nach Hause gefahren, um eine Mütze voll Schlaf zu nehmen", sagte Ortsbrandmeister Wilfried Rinne. Um 9.20 Uhr schlugen die Pieper erneut an. Wieder stieg Rauch auf. Die Feuerwehren Fischbeck und Barksen kämpften bis 13 Uhr gegen versteckte Glutnester. Anderthalb Stunden später wurden sie erneut zur Scheune gerufen...

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