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Kurzarbeit und erste Kündigungen als Folge der Finanzkrise / Unternehmen reagiert mit neuer Marke

Firma Marc Shoes muss die Löhne kürzen

Fischbeck (doro). Es gibt wohl derzeit kein Unternehmen, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise nicht auf irgendeine Weise zu spüren bekommt – dem Unternehmen Marc Shoes in Fischbeck ergeht es nicht anders. „Von 2005 bis Mitte 2008 hatten wir riesige Zuwächse, die Umsätze haben sich in dieser Zeit verdoppelt“, sagt Klaus Bettermann, Geschäftsführer des Unternehmens. Das hat sich mit der Rezession geändert.

veröffentlicht am 25.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Massen musste das Unternehmen noch nicht entlassen, aber die eine oder andere Kündigung habe es schon gegeben. Dazu kommen Lohnkürzungen und Kurzarbeit in einigen Bereichen, wie zum Beispiel dem Lager. „Wenn es dieses Instrument nicht gäbe, hätten wir vor dem Hintergrund des sinkenden Absatzes mehr Kündigungen aussprechen müssen“, betont Bettermann.

Heftige Einbrüche im Exportgeschäft

Die Rezession mache sich im Binnenmarkt allerdings eher in der veränderten Nachfrage als im sinkenden Absatz bemerkbar. Die Kunden seien nicht mehr bereit, allzu tief ins Portemonnaie zu greifen und wählen öfter das günstigere Modell. „Die Gewinner der Krise sind Unternehmen wie Deichmann und Rieker“, erklärt Bettermann.

Richtige Einbrüche gibt es dagegen im Export-Geschäft, dort muss das Unternehmen mit einem Umsatzverfall von über 50 Prozent kämpfen. Das Problem liege für das extrem exportlastige Unternehmen vor allem im Währungsverfall in Ungarn, Polen und den GUS-Staaten, wo die Preissteigerungen um die 30 Prozent lägen. In Skandinavien und Österreich sei der Absatz hingegen nicht so problematisch.

Aus der Verlagerung der Nachfrage in ein niedrigeres Preissegment hat das Unternehmen bereits Konsequenzen gezogen: Neben der Firma Marc Shoes gibt es inzwischen auch die „Boxxshoes“ GmbH. Die Zielgruppe des Schwesterunternehmens sind die 25- bis 50-Jährigen, und für die Modelle der neuen Marke zahlt man im Schnitt die Hälfte. Während bei den Marc-Modellen hauptsächlich gute Leder verwendet werden, geht bei Boxxshoes auch schon mal die textile Variante.

Neues Konzept kommt auf der Messe an

„Bei der Schuhmesse Riva am Gardasee haben wir unser Konzept mit Erfolg präsentiert“, sagt Bettermann über die Frühjahrskollektion 2010, die ab Juli im Außendienst verkauft wird. Er ist guter Dinge, dass die Deckungsbeiträge über die neuen Modelle kompensiert werden können.

Die Marc-Shoes-Mitarbeiter, so Bettermann, hätten den Griff in die Lohntüte hingenommen, weil sie „voll hinter dem Unternehmen stehen“. Immerhin hat Wilhelm Möhlmann jun. von 2005 bis 2007 1,5 Millionen in den Standort investiert. Vonseiten der Mitarbeiter – einen Betriebsrat gibt es nicht – war keine Stellungnahme zu bekommen.

Das unter Marc Shoes GmbH firmierende und inhabergeführte Unternehmen befindet sich seit der Gründung Wilhelm Möhlmann sen. im Jahre 1938 in Familienbesitz. 1970 positioniert sein Sohn das Unternehmen mit modischen sportlich-funktionalen Herrenschuhen. Das Unternehmen expandiert und macht sich mit anspruchsvollen sportlich-funktionalen Damen- und Herrenschuhen weltweit einen Namen.

2005 wird die Produktion nach Asien verlegt. Heute beliefert Marc als internationale Marke 2 500 Fachhändler und produziert jährlich über 1,5 Millionen Paar Schuhe.



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