weather-image
28°
Verantwortliche sind mit Probesprengung zufrieden / Eigentliche Testreihe steht noch bevor

Fingerübungen in der Grube "Bergmannsglück"

Kleinenbremen (ly). Gelassen sieht Dyna Energetics, künftiger Pächter der Barbara Erzbergbau GmbH, weiteren Sprengungen in der Grube "Bergmannsglück" entgegen. Vorversuche zur eigentlichen Testreihe haben am Dienstag Ergebnisse gebracht, die nach Firmenangaben weit unter den Grenzwerten liegen.

veröffentlicht am 22.11.2007 um 00:00 Uhr

Wo Rauch ist, muss auch eine Sprengung sein: Nach der Detonation

"Lärm durch Umwelt und Lastwagen ist deutlich höher", fasste Geschäftsführer Rolf Rospek sichtlich entspannt zusammen. "Dieses Ergebnis hatten wir allerdings erwartet. Beim nächsten Mal wird's spannender." Dienstag seien am Kleinenbremer Everdingsbrink "Lärm und Erschütterungen messtechnisch nicht zu erfassen" gewesen, so Rospek. "Und an der Rintelner Straße lagen wir weit unter den Werten von Lastwagen", wie Projektleiter Dr. Malte Veehmayer erklärte. "Wir hätten tausendmal so laut sein dürfen." Dienstag, 9.15 Uhr. Mit strenger Miene erklärt Sprengmeister Frank Gronau in der unterirdischen Sprengkammer, worauf zu achten ist. Vor ihm verteilt liegt weißes Pulver, fünf Kilogramm für den Anfang. "Alles in Deckung gehen", schärft Gronau der Gruppe ein, darunter Stefan Mohme, technischer Beigeordneter der Stadt Porta Westfalica, und Umweltamtsleiter Dr. Albrecht von Lochow. "Erst nach dreimaliger Entwarnung dürfen sie die Deckung wieder verlassen." In insgesamt fünf Versuchen arbeitet Gronau sich auf 50 Kilo hoch. Nach der Detonation ziehen Sprengschwaden aus dem Mundloch des Stollens. Sicherheit wird groß geschrieben. Dabei sind dies quasi nur Fingerübungen, eine Auflage des Bergamtes. Die Hauptversuchsreihe soll in etwa drei Wochen beginnen, vielleicht auch erst im Januar. Bis zu einer halben Tonne Sprengstoff wird dann auf einmal gezündet. Falls erneut alles nach Plan läuft, beginnen Planung und Ausbau. In der Grube "Bergmannsglück", gelegen im früheren Steinbruch Schiewe, will Dyna Energetics einen Zweitbetrieb für Sprengplattierungen einrichten. Unter großem Druck werden dabei Metalle in einer Platte verbunden. Hinzu kämen Halle und Bürogebäude für biszu 60 Beschäftigte, möglicherweise im Gewerbegebiet Nammen. Im hessischen Dillenburg-Oberscheld hat das expandierende Unternehmen bereits einen ähnlichen Ableger. Mit maximal einer Tonne soll im laufenden Betrieb gesprengt werden. Staubwolken wären dann wohl kein Thema mehr, denn vor die Sprengkammer käme eine Schallschutztür, in die Grube eine Entstaubungsanlage. Schall und Erschütterungen wurden Dienstag am Everdingsbrink und der Rintelner Straße ermittelt, Schall zusätzlich am Stollenmund, Erschütterungen noch einmal im Stollen selbst. Gemessen haben Dyna Energetics sowie (den Lärm) eine damit beauftragte Firma. Friedrich Vogt, Vorsitzender des Bezirksausschusses, berichteteüber einen Anruf vom Everdingsbrink, wo die Sprengungen zumindest bemerkt worden seien. Vogt selbst, der nach dem Besuch vor Ort eine Runde durchs Dorf machte, hat im Steinbruch aus sicherer Entfernung drei Detonationen beobachtet. "Hat ganz schön gekracht", meinte er. "Abwarten, wenn das Lärmschutztor kommt." Am Everdingsbrink, etwa 250 Meter entfernt, wohnt Otto Wieschemann. "Wir haben ein leichtes Grummeln gehört", berichtete er.

0000468609-12.jpg


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare