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Ausverkauftes Konzert der Schaumburger Trachtenkapelle im Kursaal begeistert Hunderte Zuhörer

Fingerschnipp und Hüftschwung vom Motivator

Bad Eilsen (mig). Mestrini in Conzert: Die schlagkräftige Kombination aus Schaumburger Trachtenkapelle und Freek Mestrini, dem früheren Flügelhornisten der weltbekannten "Original Egerländer Musikanten", lockte zum neunten Mal viele hundert Besucher in den ausverkauften Kursaal. Vorausgegangen war dem absolut begeisternden Auftritt erneut ein zweitägiger Intensiv-Workshop.

veröffentlicht am 19.03.2008 um 00:00 Uhr

Volksmusik mit Pop- und Filmmusik umgarnt: Die Schaumburger Trac

Der Lohn der mühevollen Probenarbeit: ein interessantes Konzertprogramm aus Polkas und Popsongs, Märschen und Filmmusik. "Freek Mestrini hat uns ganz schön rangenommen", meinte ein Mitglied der 18-köpfigen Kapelle, "er gibt uns immer den letzten Feinschliff." Auf der Bühne präsentierte sich der holländische "Schleifer" aber vor allem als Motivationskünstler. Immer wieder feuerte er die Bläser an, schnippte mit den Fingern und ließ im Takt die Hüften kreisen. Ein Indiz für das herzliche Verhältnis zwischen dem von unzähligen Erntefesten bekannten Ensemble und dem internationalen Wertungsrichter waren auch die kleinen Frotzeleien von Moderator Dirk Hasse. "Wir haben auch bei uns in der Kapelle viel junges Leben", scherzt er mit Blick auf Mestrini (Jahrgang 1946). Dass der heutige Musikverleger (trotz Hasses: "Kennst du den noch persönlich?" "Das war lange vor meiner Zeit.") noch lange nicht zum alten Eisen gehört, zeigte der Meister des Flügelhorns durch eine breit gefächerte Programmauswahl. Neben einigen Eigenkompositionen (Mestrini hat insgesamt über 600 Stücke verfasst, Ernst Mosch "nur" rund 70), legte der Dirigentden Musikern auch ein Popstück von Roger Cicero ("Murphys Gesetz") und Filmmusik ("Morricone's Melody") auf das Notenpult. "Wir wollen nicht nur als Unterhaltungskapelle bekannt sein, sondern uns auch mal als Konzertgruppe darstellen", hatte Dirk Hasse zu Beginn der Zusammenarbeit gesagt - das dürfte mit diesem Auftritt endgültig gelungen sein. Aber auch die Freunde purer Volksmusik wurden an diesem Nachmittag nicht vergessen: Böhmische und mährische Polkas und Märsche machten einen Großteil des Programms aus. Mit dem "Bozner Bergsteiger" oder der "Fuchsgrabenpolka" zeigte die "Schaumburger Trachten kapelle" eindrücklich, dass sie allemal auch mit den bekanntesten Gruppen mithalten kann. Einen Sonderapplaus verdienten sichübrigens Dirigent Lars Bögel und Ehefrau Maren. Mit seinen Eigenkompositionen hat sich der Posaunist in der Szene einen Namen gemacht, das selbstkomponierte "Fussel" widmete er seiner Frau. Dass beide auch großartige Musikanten sind, zeigten sie bei den jeweiligen Solo-Auftritten. Dafür gab es Lob vom großen Meister und viel Applaus vom Publikum. Dirk Hasse: "Die europäischen Meisterschaften der böhmischen Blasmusik gewinnen wir auch noch - 2030."



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