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Jedes Jahr gibt's jetzt 10 000 Euro zusätzlich / Doch der Bedarf ist - viel - größer

Finanzspritze für Immanuel-Schule: Das Land will "Freie" stärker fördern

Bückeburg/Hannover (tw). Freude an der Immanuel-Schule: Die Freie Christliche Einrichtung an der Hermannstraße erhält ab dem Schuljahr 2007/2008 jährlich rund 10 000 Euro mehr - zur freien Verfügung. Möglich macht's ein Gesetzentwurf, den die Regierung justamente in den Niedersächsischen Landtag eingebracht hat und der bereits zum 1. August 2007 Gesetz werden soll. Das Geld gliedert sich in einen immer gleichen Grundbetrag von 3400 Euro und einen "Erhöhungsbetrag", der zwischen 6000 und 6500 Euro variiert.

veröffentlicht am 07.05.2007 um 00:00 Uhr

Danken MdL Friedel Pörtner (l.) für die Finanzspitze vom Land (v

"Ziel der Initiative ist es, die Vielfalt des Schulsystems und insbesondere die ,Freien Schulen' im Lande zu stärken", erklärte MdL Friedel Pörtner (CDU) Rektorin Sabine Wascheszio, aber auch den im Lehrerzimmer versammelten Vorständen von Träger- und Förderverein. Mit der "sieben- bis achtprozentigen" Aufstockung erhalte die Immanuel-Schule mehr Planungssicherheit und - weil Arbeitgeberanteile für alle Leistungen der Sozialversicherung berücksichtigt werden - insgesamt eine "bedarfsgerechtere" Finanzierung. Im Zuge der Maßnahme erhöhe Niedersachsen den Etat für die "Freien" im Land um 10,5 Millionen Euro. Das Beispiel soll in ganz Deutschland Schule machen. Allerdings: Anschaffungen können zumindest an der Immanuel-Schule von den zusätzlichen 10 000 Euro nicht getätigt werden. "Wir benötigen das Geld für den Ausgleich des Finanzhaushalts", bedauert Peter Rohde, Vorsitzender des Förder- und Vize-Vorsitzender des Trägervereins. Dabei ist die Wunschliste, welche die Schule Pörtner mit auf den (Rück-)Weg gegeben hat, auch in finanzieller Hinsicht lang. Ganz oben stehen Zuschüsse zu den Sach- und Gebäudekosten: "Die Fenster sind - auch in der Sporthalle - alt und einglasig", informierte Matthias Eckel, Chef des Trägervereins, den Abgeordneten. Weil es durch die Ritzen wie Hechtsuppe zieht, müssen die Fenster im Winter zugeschraubt werden. Die dennoch immensen Energiekosten stellen die Immanuel-Schule vor nicht minder immense Probleme; hohe Nachzahlungen sind die Folge. Aber auch in Sachen Schülerbeförderung und Klassenfahrten würden sich Schulleitung und Verein über finanzielle Zuwendungen freuen: "Den Schülertransport", erinnert Eckel, "organisieren und zahlen wir mit drei Bussen und einem Pkw selbst". Kostendeckend sei das nicht mal im Ansatz möglich. Weitere Punkte auf der Liste betreffen dasÄndern von Bestimmungen, welche auch die Immanuel-Schule benachteiligen: So möchten Schulleitung und Verein, dass die dreijährige Probezeit für Privatschulen aufgehoben wird. Statt dessen soll es wie in Nordrhein-Westfalen nur eine einjährige Probezeit geben. Außerdem wünscht sich die Immanuel-Schule eine finanzielle Beihilfe "von Anfang an" und unabhängig von der Anerkennung durch den Staat. Bei Tochterschulen soll es keine Probezeit sondern - wie in Nordrhein-Westfalen - eine sofortige staatliche Anerkennung und Finanzierung geben. Werden weiterführende Schulen gegründet, möchte die Immanuel-Schule, dass es kein dreigliedriges System und stattdessen mehr Offenheit für Gesamtschulen gibt. Sonderpädagogische Beratungs-Angebote wie in Obernkirchen sollen nicht nur staatlichen sondern auch freien Schulen offen stehen. Der Staat oder das Land soll auch der Immanuel-Schule der Schule Sonderpädagogen und Pädagogische Mitarbeiter finanzieren. Indes: Bis auf die letzten beiden Wünsche, welche die Sonderpädagogik betreffen - "Da kümmere ich mich drum" - winkt Pörtner ab: "Wir haben zu lange jeden Monat eine neue ,schulpolitische Sau' durchs Dorf getrieben", sagt der Abgeordnete. "Nun brauchen wir Ruhe, bis sich die Reformen gesetzt haben." Und was die von der Immanuel-Schule aufgezeigte Problematik von Einfachverglasung und Energieverlust betrifft, ist sich der Abgeordnete schon jetzt gewiss: "Der nächste Winter wird bestimmt milder werden."



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