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Verwaltung legt ausgeglichenen Haushalt vor / Erstmals wieder eine "freie Spitze"

Finanzlage "deutlich entspannter": Kiga-Investition ohne Bauchschmerzen

Eilsen (tw). Den Kindergarten aufbauen und Schulden abbauen: Das steht auf dem "Stempel", den Eilsens Bürgermeister Bernd Schönemann und Kämmerin Svenja Edler dem Haushalt 2007 der Samtgemeinde aufgedrückt haben. Während ihrer jüngsten Zusammenkunft im Dorfgemeinschaftshaus Buchholz haben die Politiker unter Vorsitz von Dr. Willi Dreves (CDU) das Zahlenwerk jetzt einstimmig genehmigt.

veröffentlicht am 29.03.2007 um 00:00 Uhr

"Ich bin froh, Ihnen im Dialog mit beiden Fraktionen respektive Gruppen im Rat einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können", befand Schönemann. Und ergänzte: "Er berücksichtigt die Belange der Samtgemeinde, aber auch die Mitgliedsgemeinden im gleichen Maße." Für Edler, die im Anschluss die Eckdaten des Papiers kurz vorstellte, ist die Finanzlage Eilsens im Vergleich zum Vorjahr "deutlich entspannter". Für den Bau des - zweiten - Kindergartens rechnen Rat und Verwaltung mit Gesamtkosten in Höhe von 380 000 Euro; 220 000 Euro davon werden bereits im aktuellen Haushaltsjahr, der Rest erst 2008 fällig. Besagte 220 000 Euro sind der größte Ausgabe-"Brocken" im Vermögenshaushalt. Auf Platz zwei folgt ein Betrag von 55 000 Euro, mit dem das Rathaus neue Software für das Finanzwesen beschaffen wird; die Software ist nötig, weil ohne sie die vom Gesetzgeber vorgeschriebene "Doppelte Buchführung" (Doppik) nicht funktionieren würde. Den dritten Platz im Ranking der Eilser Investitionen für 2007 belegt der - bestehende - Kindergarten; für Einrichtung und Außenspielgeräte stellen die Politiker 10 000 Euro bereit. Was die Blauröcke freuen wird: Sie erhalten für die Gesamtsumme von 8000 Euro die dringend benötigten neuen Stühle und Tische für den Unterrichtsraum; der verbleibende Ansatz von 2500 Euro ist für den Kauf eines Notebooks sowie für einen Übungsturm für Feuerwehr-Wettbewerbe eingeplant. Finanziert werden diese und weitere Investitionen durch die im Verwaltungshaushalt erstmals wieder enthaltene "freie Spitze", aber auch durch Eigenmittel. Die Aufnahme von Krediten ist nicht vorgesehen. Die nur leicht (auf)gerundete Samtgemeindeumlage bleibt faktisch auf dem Niveau des Vorjahres. Im Gegensatz zum Finanzausschuss, wo die Höhe dieser Umlage noch für Diskussionsstoff sorgte (wir berichteten), gab es dazu im Samtgemeinderat keine Wortmeldungen mehr. Trotz besagter Investitionen, allen voran in den Kindergarten, will Eilsen die Schulden weiter abbauen. Sie sollen sich von derzeit 570 000 Euro bis Ende des Jahres um 109 000 Euro auf 461 000 Euro reduzieren. Anders ausgedrückt, soll die Pro-Kopf-Verschuldung pro Einwohner von derzeit 82 auf dann 66 Euro sinken. Ein Betrag, mit dem Eilsen im Vergleich zu anderen Samtgemeinden in Niedersachsen gut dasteht. Dort steht jeder Einwohner im Schnitt mit 382 Euro in der Kreide. Die Eckdaten: Der Haushalt der Samtgemeinde hat ein Volumen von 3,35 Millionen Euro; davon entfallen 2,85 Millionen Euro auf den Verwaltungs-, 490 000 Euro auf den Vermögenshaushalt. Der Rücklage, die zu Beginn des Haushaltsjahres noch 706 000 Euro betrug, sollen im Laufe des Jahres 106 000 Euro entnommen werden; damit wird sie Ende 2007 bei nur noch 610 000 Euro liegen. Allerdings: Der vom Gesetzgeber vorgeschriebene Mindestbestand beträgt 37 000 Euro. Bleibt der Hebesatz der Kreisumlage unverändert bei 51,80 Prozent, muss die Samtgemeinde 217 000 Euro abführen.

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