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Keine Auswirkungen auf den Bückeburger Standort "Herminenhof"

Finanzinvestor kauft Sozialkonzept

"Sozialkonzept" und damit auch der "Herminenhof" sind an einen Investmentfond verkauft. Foto: Archiv Bückeburg / Hannover (rc). Alle 18 Pflegeheime der hannoverschen Gruppe "Sozialkonzept" sind von der Bad Homburger Pflegeholding Casa-Reha aufgekauft worden, die wiederum mehrheitlich der US-amerikanischen Beteiligungsgesellschaft "Advent" gehört. Zu den 18 übernommenen Pflegeheimen gehört auch der "Herminenhof" im Bückeburger Palaisgarten, wo eine eigenständige GmbH der als Holding arbeitenden "Sozialkonzept" als Betreibergesellschaft arbeitet.

veröffentlicht am 22.02.2007 um 00:00 Uhr

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Das Gebäude selbst ist im Besitz der Fürstlichen Hofkammer, gehört also Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe. An den Eigentumsverhältnissen ändert sich durch die Übernahme nichts. In Bückeburg können bis zu 122 Menschen betreut werden. Insgesamt verfügt die "Sozialkonzept"-Unternehmensgruppe über 2800 Betten und hat rund 3000 Mitarbeiter. Der bisherige Eigentümer, der 63-jährige Gründer Peter Engels, versicherte gegenüber der Presse, dass sich für die Bewohner und die Mitarbeiter in den Einrichtungen "nichts ändern wird". Allerdings droht den rund 50 Mitarbeitern in der zentralen Verwaltung in Hannover der Verlust ihrer Arbeitsplätze, da die Zentrale bis Ende des Jahres schrittweise nach Bad Homburg verlegt werden soll. Für den Verkauf gab Engels "private Gründe" an. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Casa Reha, der Käufer, betreibt derzeit bundesweit 26 Einrichtungen mit über 3700 Betten und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 76 Millionen Euro. Derzeit liegt das Unternehmen in der Hand des Finanzinvestors "Advent International". Advent International ist eines der weltweit führenden Private-Equity-Unternehmen mit einem betreuten Vermögen von acht Milliarden Euro und Standorten in 14 Ländern in West- und Zentraleuropa, Nordamerika, Lateinamerika und Asien. In die Schlagzeilen gerieten "Advent" und andere Investmentfonds, als 2005 der frühere SPD-Chef Franz Müntefering große Beteiligungsgesellschaften mit "Heuschrecken" verglich, die "anonym" über Unternehmen "herfallen", sie "ausgrasen" und dann "weiterziehen". Vorwürfe, die die Branche zurückwies: Man sei nicht nur an schneller Rendite interessiert. Der Verkauf muss noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden.

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