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750 Jahre Ahnsen: Film und Vortrag zur Festveranstaltung / Ein Ausflug in die Vergangenheit

Film unterhält mit Dorfgeschichte in Anekdoten

Ahnsen (mig). Zur Abrundung des Jubiläumvortrags zur 750-Jahr-Feier Ahnsens hatten sich Bürgermeister Heinz Grabbe und Dieter Gutzeit etwas besonderes einfallen lassen. Den rund 100 Gästen wurde ein professionell gemachter Heimat-Film vorgeführt.

veröffentlicht am 19.07.2006 um 00:00 Uhr

Heinz Grabbe und Dieter Gutzeit stoßen auf 750 Jahre Ahnsen an.

Regisseur Gutzeit, Inhaber einer Firma für Werbegrafik und bei der Veranstaltung auch als Leiter des Ahnser Spielmannszug aktiv, hatte den Bürgermeister auf einem Schnatgang durch das Jubiläums-Dorf begleitet und gefilmt. An verschiedenen historisch interessanten Stationen machte man halt und Heinz Grabbe bekam die Gelegenheit, aus dem Nähkästchen eines langjährigen Bürgermeisters und Ahnseners zu plaudern. Aufgeteilt war das Werk in Kapitel mit dem Titel "Schule, Widdensen", "Möller, Flöte", "Neumühlen", "Der Süden", und "Onkel Ernst." Von diesen Stationen aus wurde der Ort in jeder Himmelsrichtung und in die letzten 100 Jahre hinein erkundet. Grabbe schaffte es dabei, Geschichte, Geschichten und Gegenwärtiges geschickt miteinander zu verknüpfen. Das Publikum erfreute sich aber besonders an den Anekdoten, die der Bürgermeister bereitwillig zum Besten gab. Einige Beispiele: Als man an der "Flöte" stand, verwies Grabbe auf eine alte Dorflegende: "Dort war früher eine Scheune und die Knechte flöteten dort angeblich so lange, bis die Mädchen aus weiterem Umkreis kamen," meinte er augenzwinkernd. Einige Straße weiter erinnerte sich Grabbe an den früheren Friseur Bündig "der hieß nicht nur so, der schnitt auch die Haare genauso - kurz und bündig." Und als man in der Nähe des früheren Tonlochs vorbeikam, fiel Grabbe eine Geschichte aus der Nachkriegszeit ein. "Dort gab es damals Kleingärtner, die hatten Kartoffeln angebaut und wegen des Kartoffelklaus mussten dort schließlich Notpolizisten stationiert werden." Zum Schluss des Rundganges durch das Dorf und die Dorfgeschichte scherzte Grabbe dann: "Vielleicht fallen mir bis zum nächsten Mal noch ein paar Anekdoten ein." Die DVD wird nach der großen Festveranstaltung endgültig fertiggestellt und kann dann auch gekauft werden. In seinem Jubiläumsvortrag ging Grabbe kurz auf die Entstehung des Dorfnamens ein. Die Anfänge des Ortes gehen bis in die Zeit vor über tausend Jahren zurück. Der heute als "Drewes Hof" bekannte größte Hof des Ortes war wohl die Keimzelle von Ahnsen. In welcher Form der Name "Ahnsen" 1256 erstmals urkundlich erwähnt wird, ist umstritten. Am wahrscheinlichsten ist Aar (Adler), der Name des Urhof-Anlegers. "Die Heimat- und Ortsgeschichte ähnelt einem verschlungenem Waldweg, der auch immer wieder aufhören kann, um ein paar Meter weiter seine Fortsetzung zu finden," so Grabbe in seiner Ansprache. Vormerken sollten sich alle Ahnsener schon einmal folgenden Termin: Am 8. Oktober wird im Rahmen des Jubiläums ein ökumenischer Gottesdienst stattfinden.

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