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Martin Pepper mischt die Christuskirche auf - und zieht Jung und Alt in den Bann

"Fiesta Halleluja" am Blumenwall: Latin-Rock "im Namen des Herrn"

Rinteln. Wenn der tragische Schlagerkönig Rex Gildo einst in Möbelhäusern oder Bierzelten zur "Fiesta Mexicana" rief, dann war das immer mit dem Aufruf "Hossa, Hossa" verbunden. Beim christlichen Songpoeten Martin Pepper aus Berlin rutschte während seines gut besuchten Auftritts am Sonntag in der Christuskirche dann schon eher malein "Halleluja" dazwischen - ganz dem Geist des Ortes entsprechend.

veröffentlicht am 03.09.2008 um 00:00 Uhr

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Autor:

Ulrich Reineking

Pepper erwies sich als ein ebenso brillanter wie einfühlsamer Entertainer im Auftrag des Herrn und schaffte es scheinbar mühelos, das altersmäßig stark gemischte Publikum zum Fingerschnippen Klatschen und Mitsingen zu animieren. Eingangs hatte er sichübrigens dafür entschuldigt, dass er auch im Gotteshaus sein Haupt mit Kappe bedeckt - ist doch bei ihm die Fläche darunter erheblich vom natürlichen Wärmeschutz befreit, "und ich bin so anfällig für Erkältungen!" Spätestens, nachdem er die (im übrigen sehr niveauvolle) und aufwendige) Orchestrierung des Playbacks etwas zurückgenommen und seine solistische Geläufigkeit am Keyboard unter Beweis gestellt hatte, war der Bann anfänglicher Reserviertheit gebrochen und das Publikum ließ sich auf die lyrischen Töne ebenso ein wie auf die eher treibenden und effektvollen "Mitmach- nummern". Um seinen Zuhörern den Zugang zu Latino-Rhythmen zu erleichtern, ließ er sie kurzerhand einen Grundkurs in Spanisch absolvieren. "Fiesta alegre, muchas gracias, señor" hieß es dann im Chor und da er auch den Text der einzelnen Lieder mittels Technik "an die Wand werfen" ließ, konnte man als Zuhörer durchgehend verfolgen, dass die von ihm geschriebenen Texte nicht nur beiläufig gehört werden können, sondern genügend poetische Substanz aufweisen, um auch dem analytischen Blick des Lesenden standhalten können. Zwischendurch erzählte der Berliner Entertainer noch allerlei Kurioses und nachdenklich Stimmendes aus seinem Glaubensleben und propagierte mit guter Resonanz die Kindlichkeit spontaner Kreativität im Glauben gegenüber dem Kindischsein der Selbstsucht: "Und jetzt alle mal auf la la la la..." Einen schönen Abend hatte Pastor Detlev Brand sich und allen Anwesenden eingangs im Gebet gewünscht. Ein frommer Wunsch, der für die meisten wohl in Erfüllung ging, wie auch das Interesse am Stand mit den CDs und Liederheften von Martin Pepper belegte.

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