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ErsteÜbung unter realistischen Bedingungen / Verletztentransport und Koordination als Schwerpunkte

Feuerwehren proben Ernstfall bei Ceha Bock

Bad Nenndorf (oke). "So eine Gelegenheit bekommt man nicht alle Tage", freut sich Marco Thiele, Pressesprecher der Samtgemeindefeuerwehren Bad Nenndorf, als die Atemschutzträger der örtlichen Feuerwehren das Gebäude des ehemaligen Kaufhauses Ceha Bock für eine Übung benutzt haben. Da der Bau zum Abriss freigegeben ist, ergriffen die Brandbekämpfer die Chance und organisierten nach Absprache mit Stadt und Samtgemeinde einen realitätsnahen Testparcours. In den beengten Verhältnissen des Altbaus waren nicht nur Kraft und Geschicklichkeit gefragt.

veröffentlicht am 20.02.2007 um 00:00 Uhr

Die Rettung eines "verletzten" Kollegen stellte die Feuerwehrleu

Die Schwierigkeiten für die Feuerwehrleute begannen bereits, bevor sie überhaupt einen Fuß in das ehemalige Kaufhaus gesetzt hatten. Die Ausrüstung samt Pressluftflasche und Gurtzeug wiegt allein 25 bis 30 Kilogramm und obwohl der Blick aus den Sauerstoffmasken ohnehin schon begrenzt ist, hoben die Übungsleiter das Niveau ein wenig weiter an und verklebten die Sichtgläser mit halbtransparenten Folien. Rauchpatronen zur Simulation kamen aus Kostengründen nicht zum Einsatz. "Bei starker Rauchentwicklung ist die Sicht gleich null", erklärte Thiele. Um im Ernstfall die Orientierung nicht zu verlieren, müsse man eben Erfahrung sammeln. In gebücktem Gang tasteten sich die Brandschützer vorwärts ins erste Stockwerk. Im Schlepptau der mit Wasser gefüllte Schlauch, der nicht nur schwer ist, sondern auch ziemlich sperrig, wie die Feuerwehrmänner feststellten. "Atemschutzgeräteträger müssen nicht umsonst eine gewisse Konstitution aufweisen", so Thiele. Die gemischten Teams waren am Übungstag noch uneingespielt und mussten ihre Abstimmung zunächst finden. Gleiches galt für den Rückweg. Hierbei mussten die Retter einen "Verletzten" finden und diesen schnellstmöglich aus dem Gebäude schaffen. Die sperrige Ausrüstung und zusätzliche Enge im Treppenhaus machten das Schleppen des Simulanten auf dem Tragetuch zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Dabei saß den Feuerwehrleuten die Zeit ständig im Nacken, denn mit 20 bis 30 Minuten sind die Luftreserven äußerst eng bemessen. Die 40 Aktiven, die aus den umliegenden Gemeinden angerückt waren, genossen die Aktion trotz aller Mühen. Die Übung in einem Abrissbau war die erste dieser Art in der Samtgemeinde. Die Möglichkeiten, in einem echten Gebäude zu trainieren und dabei sogar Wasser einzusetzen sei sehr begrenzt, sagte Thiele. Diese Gelegenheit wollten sich die Brandschützer nicht entgehen lassen. Die Trupps konnten auf Grund der Architektur des Baus gleichzeitig auf zwei Treppen vorgehen, so dass die Wartezeiten für die Nachfolgenden eher kurz blieben. Ohnehin hatten die Übungsleiter die Teilnehmer dazu angehalten, den konkurrierenden Teams über die Schulter zu gucken oder das Management vom Einsatzleitwagen aus mit zu verfolgen. Somit kam Langeweile gar nicht erst auf.

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