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Ab sofort für zehn Euro erhältlich / Ausstellungseröffnung Höhepunkt des Gemeindejubiläums

Festschrift dokumentiert St. Josefs Anfänge

Obernkirchen (sig). Ein Jahrhundert lang hat das Gotteshaus St. Josef gute und schlechte Zeitenüberstanden. Jetzt hat es den Anschein, als ob wieder eine sehr schwere Wegstrecke vor ihm steht. Es verliert nämlich den Status einer Pfarrkirche, denn Seelsorger Norbert Mauerhof wird in wenigen Wochen nach Hannover-Seelze versetzt. Dann wird die katholische Gemeinde der Bergstadt von Bückeburg aus betreut.

veröffentlicht am 05.07.2008 um 00:00 Uhr

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Für einige Augenblicke haben die Teilnehmer der Ausstellungseröffnung in der Sparkasse dieses Wissen verdrängt und sich einfach nur des Jubiläums erfreut, das im Vordergrund steht. An den Wänden hängen viele Bilder, die den Werdegang der Kirche dokumentieren. Und gleichzeitig begann der Verkauf einer Festschrift, die in Wort und Bild festhält, was die katholische Gemeinde der Bergstadt in diesem Zeitraum erlebt hat. Pfarrer Norbert Mauerhof erinnerte in seiner Ansprache daran, dass die noch kleine Schar der katholischen Gläubigen, die es vor über einem Jahrhundert in Obernkirchen gab, große Pläne mit diesem Kirchenbau hatte. Sie wollten das größte und schönste Gotteshaus der Bergstadt errichten. Dreischiffig sollte es sein, zwei Türme bekommen und aus rötlichem Wesersandstein erbaut werden. Auch der Altar sollte aus Sandstein bestehen, und dazu wollte man ein kunstvolles Taufbecken erschaffen. Aber für diese hochgesteckten Pläne reichte das Geld nicht. Schließlich musste doch an vielen Ecken und Kanten gespart werden, aber das Werk konnte sich am Ende sehen lassen. Nicht umsonst steht die Kirche St. Josef heute unter Denkmalsschutz. Was viele vergessen haben: Erst seit 1964 gab es eine eigene Pfarrstelle, die man im kommenden Herbst wieder verliert. Als ein Zeichen der Verbundenheit zur eigenen Kirche wertete der Seelsorger die Tatsache, dass 1947 für das Herstellen eines Silberkelches Gläubige ihren Familienschmuck geopfert haben. Auch zur Inneneinrichtung hatten sie entscheidend beigetragen. Eine Frau spendete ihr Abendmahlskleid, um daraus ein Messgewand herstellen zu lassen. Der Leiter des Hildesheimer Bistumsarchivs, Dr. Thomas Scharf-Wrede, stellte anschließend die Festschrift zum 100-jährigen Bestehen der Kirche St. Josef vor. Die Idee dazu wurde schon vor drei Jahren entwickelt. Der erste Arbeitsschritt, das Ordnen und Erschließen der in der Pfarrei befindlichen Kirchenakten, wurde vom Bistum Hildesheim übernommen und erfolgte in der Außenstelle Hannover. Als vorbildlich bezeichnete Dr. Scharf-Wrede den Einsatz jenes Arbeitskreises der katholischen Kirchengemeinde, der mit seiner Arbeit die Herausgabe der Festschrift erst ermöglichte. Seine Mitglieder hatten sich auch mit dem Entziffern und "Übersetzen" schwer lesbarer Handschriften befasst und diese Aufgabe vorzüglich gelöst. Der Chefarchivar des Bistums stellte zudem heraus, dass die an dieser Arbeit beteiligten Personen zu guter Letzt auch noch das Abfassen der Beiträge übernommen hatten, die sich ganz überwiegend auf urkundliches Quellenmaterial stützen. Man hat dabei den Mut zur Konzentration, aber auch zur Lücke aufgebracht. Dem Autorenteam gehörten an: Elisabeth Reder, Karl-Heinz Hünerbein, Ursula Hake, Harald Godau, Claus Bollmann, Detlev Geist, Heinz Mannigel, Dr. Hermann Müntinga, Magnus Kaatz und vor allem Udo Anke, der den Löwenanteil der Beiträge geschrieben hat. Dr. Scharf-Wrede: "Was jetzt so leicht und gefällig daherkommt, war eine riesige Menge Arbeit, die hier geleistet werden musste. Diese Festschrift leistet ihren Beitrag zum Verstehen von Kirche und zum Mitmachen in ihr. Sie zu lesen, lohnt sich für alle." Diese Chronik ist für zehn Euro sowohl im Pfarramt als auch in der Sparkasse und in der Info-Galerie zu erhalten. Die Ausstellung von Bildern und anderen Dokumenten sowie der silbernen Abendmahlskelche ist noch bis Ende Juli in der Sparkasse zu sehen, wie Joachim Gotthardt als Leiter der Hauptgeschäftsstelle ankündigte.



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