weather-image
Stehende Ovationen beim Jahreskonzert für das Blasorchester Bückeburger Jäger / Holzhackerbuam sind die Lieblinge

"Fest der Blasmusik" mit einer bunten Tonvielfalt

Bückeburg. Heiko Deterdings Bückeburger Jäger sind auf keinen Stil abonniert, das haben die Zuhörer beim abwechslungsreichen "Fest der Blasmusik" im rappelvollen Rathaussaal ganz schnell gemerkt.

veröffentlicht am 03.04.2006 um 00:00 Uhr

Mit sattem Orchester-Sound rissen die Bückeburger Jäger den rapp

Autor:

Dietlind Beinßen

Von Dirk Hasse gut gelaunt anmoderiert, und von Heiko Deterding zu straffen Tempi ermuntert, bewegte sich die aus Nachwuchs und gestandenen Bläsern bestehende Instrumentalisten-Schar bei ihrem Jahreskonzert mit Geschick über das Parkett der Musikgeschichte. Wenn den Orchesteramateuren dabei manchmal kleine Intonationstrübungen unterliefen, waren das Petitessen gegenüber der Freude und dem Gestaltungswillen, der mit jeder Note spürbar wurde. Zur spritzigen Eröffnung dienten der "Grenadiermarsch", "Fanfarenklänge" und die Polka "Neuer Schwung". Diese Titel widmete die Gruppe hauptsächlich ihren Ehrengästen, unter denen sich erstmals auch Altdirigent Friedrich Glas befand, ein, so Hasse, nach wie vor wichtiger Ratschlaggeber für seine Mannen. Dass die Crew sich noch auf ganz andere Schwingungen verstand, bewies sie mit dem zum Tanzen einladenden Walzer "Frühlingsgrüße" und der zu einem Marsch umgeformten Ouvertüre zum "Zigeunerbaron" von Johann Strauß, dessen launige Schnellpolka "Im Sturmschritt" das variantenreiche Spiel untermauerte. Die bunte Tonvielfalt lief mit beliebten Musical-Melodien und anderen Schmankerln weiter und mündete im launigen "Timewriter". Hierbei leisteten Klarinettistin Andrea Grages und deren vier männliche Kollegen solistische Schwerstarbeit und durften besonders brillieren. Zu Publikumslieblingen avancierten nach der Pause die zum Team der "Original Jägerländer Musikanten" zählenden sechs kleinen und großen Holzhackerbuam. Sie hämmerten und sägten, dass die Späne nur so flogen und machten sich hinterher geschickt an ihr Bläserarrangement. Eingefasst wurde diese Kuriosität durch Volkstümliches von den "Jägerländern", die beim ansprechenden Kurztrip durch die "Perlenpolka", die walzerig-schmalzigen Kufsteiner-Lieder und einer Gesangseinlage für das richtige Timing sorgten. Anschließend warteten die Bückeburger Jäger mit unterschiedlichen Märschen und der "Löffel-Polka" auf, bei deren Vorführung Dirk Henschel zwei Esslöffel rhythmisch bewundernswert in Bewegung setzte. Von Heiko Deterding präzise und vehement ermuntert, glückte der Formation danach mit "Bonjour Sablé", der wohlproportionierten Noten-Hommage auf 40 Jahre Partnerschaft, eine kräftig applaudierte Punktlandung. Mit "Time to say good bye" sollte das rauschende Fest enden. Die Fangemeinde sah das allerdings anders und erklatschte sich den Wildschützen-Marsch, bei dem Dirk Hasse, Heiko Deterding und Ernst Weise zur Freude der Anwesenden zu ihren Plesshörnern griffen. Der als endgültiger "Rausschmeißer" dienende "Fliegermarsch" erfolgte verdientermaßen bei Ovationen im Stehen.

Gekonnt moderierte Dirk Hasse durch den Abend. Fotos: bus
  • Gekonnt moderierte Dirk Hasse durch den Abend. Fotos: bus

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare