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Vox-Reportageüber Butler Walter bringt Geschäftsfrau in Erklärungsnöte

Fest angestellt für 3500 Euro netto? - "Ein frei erfundenes Märchen"

Rinteln (ur). Wer sich für diese oder jene Sachfrage interessiert, kann sicher nicht nur in Büchern und Zeitungen Neues erfahren, sondern mitunter auch in Wissensmagazinen der Fernsehsender. Ein wenig Vorsicht allerdings ist mitunter angebracht - wie ein aktuelles Beispiel aus einem Beitrag von Vox zeigt, der weitgehendin Rinteln aufgenommen wurde für das Magazin "Wissenshunger", das sich unter anderem mit kulinarischen Themen rund um den Service beschäftigt.

veröffentlicht am 19.03.2008 um 00:00 Uhr

Das Vox-Team dreht bei Intercoiffeur Thomas. Foto: tol

Denn wer hier als Zuschauer den programmatisch beschworenen "Wissenshunger" stillen will, der wird vermutlich hungrig bleiben. Bekommt man doch eher zeitgenössische Märchen erzählt, als mit Fakten bedient zu werden. "Was zeichnet einen guten Butler aus?" war die Fragestellung - und zur Beantwortung stellte sich den Fernsehleuten mit Walter Eschenbach aus Rinteln ein Butler vor, der "mit Schirm, Charme und Melone" seinen "Best Butler- Service" von Rinteln aus betreibt und als "Butler Walter" immer wieder bei Geschäftseröffnungen, Jubiläen und anderen Events stunden- oder maximal tageweise als liebenswürdiger Blickfang und dienstbarer Geist verpflichtet wird. In der hiesigen Geschäftsfrau Birgit Koulen von der gleichnamigen Parfümerie war denn auch schnell eine Gastgeberin für den Drehtag gefunden: Walter sollte ihr von morgens bis abends zur Seite stehen bei der Organisation eines kleinen abendlichen Empfangs in ihrem stilvollen Heim. In durchaus sympathischer Art und Weise fing das Kamerateam die Stationen des Tages ein - vom morgendlichen Bügeln der Zeitung ("Damit die Lady keine schwarzen Finger von der Druckerschwärze bekommt") über die Begleitung zu Friseur Thomas bis hin zur Beschaffung der Getränke und Leckereien für den abendlichen Empfang wurden die Arbeitsgänge dargestellt und auch so manches Rintelner Unternehmen (Reformhaus Korf, Weinhandlung Vinaigrettes und das Blumenstudio von Sabine Brinkmann) dabei in Szene gesetzt. Abgerundet wurde das Ganze durch eine Reportageüber ein Ausbildungsinstitut für Butler in Holland - und beendet mit einigen Anmerkungen zum Beruf des Butlers an sich. Und da verließen sich die Redakteure leider nicht mehr auf die Recherche, sondern fabulierten fröhlich vor sich hin. So wurde u.a. ausgesagt, dass Butler Walter schon seit fünf Jahren im Hause Koulen beschäftigt sei und dort ein Nettogehalt von 3500 Euro beziehen würde - eine Behauptung, auf die Birgit Koulen noch Tage nach der Sendung angesprochen wurde mit Bemerkungen wie "Mit euren Millionen könntet ihr doch eigentlich das ganze Jahr hindurch auf Weltreise gehen!" Und bei Butler Walter riefen schon Kunden an und fragten: "Kann man Sie denn trotz des festen Arbeitsverhältnisses immer noch für Einzelaktionen buchen?" Resümee der beiden: "Die Dreharbeiten haben ja Spaß gemacht und wir haben ja auch gern mitgespielt - aber dass dann solche frei erfundene Märchen daraus gesponnen werden, damit haben wir wirklich nicht gerechnet!" Sicher wird es dadurch heute zum langen Einkaufsabend bis 21 Uhr bei "Rinteln Mond(än)" genügend Gesprächsstoff geben. Zumal "Lady Birgit" dabei wieder auf ihren Butler setzt - auch ohne stattliches Nettogehalt!



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