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Jobs sind rar, denn viele "klassische" Ferienarbeiten erledigen heute 400-Euro-Kräfte

Ferienjobs: Vieles läuft nur über "Vitamin B"

Rinteln (wm). Ferienjobs sind rar, vor allem für unter 18-Jährige, die ihr Taschengeld aufbessern wollen. Und dafür gibt es eine Menge Gründe, schilderte Cornelia Kurth von der Agentur für Arbeit in Rinteln. Zuständig bei der Agentur für solche Tätigkeiten ist eine eigene Job-Vermittlung, Ansprechpartner sind hier Ingrid Gölzer und Matthias Voges.

veröffentlicht am 26.07.2006 um 00:00 Uhr

Glückliche Gewinner im Ferienjob-Lotto: Lars Driessen (17), Mich

Was früher als Ferienjob angeboten wurde, wird heute häufig von 400-Euro-Kräften erledigt, mit Vorteilen für Unternehmen wie Beschäftigte. Denn die 400-Euro-Jobs seien besser als ihr Ruf, versicherte Gölzer: Vor allem bei Hausfrauen seien diese Jobs begehrt, um die Familienkasse für Extras aufzubessern. Klassisches Beispiel: Die Kassiererin, die die 18-bis-20-Uhr-Schicht an einer Supermarkt-Kasse übernimmt. Der Mann ist dann meist zu Hause und kann auf die Kinder aufpassen. Zwar gebe es in der Gastronomie immer wieder Bedarf für Saisonkräfte, aber hier wird Nachtarbeit vorausgesetzt. "Nebenbei ein bisschen kellnern", das ist kein Job für Jugendliche unter 18 Jahren, winkt Cornelia Kurth ab. Gleiches gilt auch für kurzfristige Jobs in der Glashütte, beim Dachsteinwerk Braas oder bei anderen vergleichbaren Unternehmen, wo Lagerarbeiten anfallen. 18 Jahre alt sollte schon sein, wer hier Aushilfsarbeiten übernimmt, auch, weil oft Maschinen zu bedienen sind - "das ist auch eine Frage der Verantwortung". In vielen Fällen werde sogar ein Führerschein vorausgesetzt. Keineswegs alle Ferienjobs werden der Jobvermittlung der Agentur für Arbeit gemeldet. Cornelia Kurth: "Vieles läuft da auch über ,Vitamin B', sprich: gute Beziehungen." Beispiel Wesergold: Hier arbeiten in den Sommerferien 20 Schülerinnen und Schüler. Auch für die Herbstferien sind bereits zehn angemeldet - Ferienjobs, die über Werksangehörige oder Bekannte vermittelt worden seien, wie Personalchef Karl-Heinz Hoffmeister schilderte. Wer es trotzdem für die nächsten Ferien versuchen will, müsste sich bereits im Januar vorstellen. Weil nicht alle Ferienjobs der Jobvermittlung angeboten werden, ein Tipp der Berater: Auch eine kurze persönliche Vorstellung bringt oft Erfolg, wenn der Chef sieht: Da ist ein motivierter junger Mann, der zupacken kann. Und vielleicht wird am Ende der Ferien langfristig noch mehr daraus - das Angebot einer Lehrstelle.

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