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Jonglieren für das Frühstücksbrötchen

Ferien mal anders: Zwei junge Lipper zieht's auf die Walz

Rinteln (ur). Sie fielen schon auf, die beiden jungen Leute, die da gestern von Bückeburg kommend durch Rinteln zogen: der 18-jährige Christian Sawatzki aus Hohenhausen und sein 15-jähriger Begleiter Niklas Kranjc aus Kirchheide bei Lemgo.

veröffentlicht am 12.10.2006 um 00:00 Uhr

In zünftiger Wanderkluft, mit recht verwegener Haartracht und wuchtigen Rucksäcken auf dem Rücken, dabei handgeschnitzte Gehstöcke schwenkend und schon auf den ersten Blick erkennbar als Menschen, die sich ihren eigenen Weg durch das Leben und die Welt suchen - so stapfen sie an uns vorbei. "Wir haben ja zurzeit Ferien in Lippe und da wollten wir mal für ein paar Tage durch das Weserbergland wandern", erklären die beiden zu ihrem Abenteuer, bei dem sie bislang nur positive Erfahrungen machten. "Wir ernähren uns von den Früchten des Waldes, von Äpfeln an den Straßenbäumen und manchmal auch von Lebensmitteln, die wir von Leuten bekommen, die uns begegnen: Offensichtlich mögen die Menschen Wanderer wie uns." Und wenn ganz gezielt der Wunsch nach einem Brötchen besteht - kein Problem: "Ich kann ein bisschen jonglieren", meint Niklas. "Und das mache ich dann, bis wir die paar Cent dafür zusammenhaben. Übernachtet wird unter freiem Himmel im Wald - wobei im umfangreichen Marschgepäck auch ein Regenschutz ist. Bedenken oder gar Angst vor möglichen Risiken haben die beiden nicht: "Wir sind Christen und vertrauen uns Gottes Führung an." Wobei sie sich nicht etwa als reisende Missionare verstehen: "Wenn das Gespräch darauf kommt, weichen wir natürlich nicht aus!" Ihre Zukunft haben sie verständlicherweise noch nicht geplant: "Ich möchte nach dem Abi erst mal für ein Soziales Jahr ins Ausland gehen", kann sich Christian vorstellen, während Niklas "eine Ausbildung machen möchte - und zwar eine, wo man dann erst mal durch die Welt ziehen kann, als reisender Handwerker etwa oder als Seemann." Nur zu gern und völlig ungebeten gibt man den beiden Wanderburschen nach dem Gespräch ein paar Euro Zehrgeld mit auf die Walz - erinnern sie doch an eigene Träume von einer Welt, in der noch alles möglich scheint. Guten Tag und guten Weg - und der eine oder andere Schutzengel wird auf dieser neoromantischen Herbstreise schon mit ihnen sein!

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