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Wanderausstellung in der Elisabeth-Selbert-Schule

„Feind ist, wer anders denkt“

Hameln. „Feind ist, wer anders denkt“ lautet der Titel einer Wanderausstellung der Bundesbehörde für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Und zu erleben war sie vom 22. August bis 12. September in der Elisabeth-Selbert-Schule.

veröffentlicht am 26.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:41 Uhr

Es geht dabei um das Ministerium für Staatssicherheit (MfS, „Stasi“) und dessen Bedeutung und Einfluss auf das Leben der Menschen von 1949 bis zum Ende der DDR. Gisela Grimme, Schulleiterin der Elisabeth-Selbert-Schule und Initiatorin dieser Ausstellung, begrüßte Roland Jahn, den Leiter der Stasiunterlagen-Behörde und aktuelle Zeitzeugen. Er stand den Schülern und Hamelner Bürgern auch für Detailfragen Rede und Antwort. Seine Schilderungen als persönlich Betroffener über Gefängniszeiten, Einschüchterungsversuche und Bespitzelung durch inoffizielle Mitarbeiter (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit und welche Konsequenzen das für sein Leben hatte, machten die Eröffnung zu einem besonderen Erlebnis.

Die in der Aula des Münsterkirchhofes aufgebaute Ausstellung bestand aus drei Teilen: einer quer durch den Saal aufgebauten Zeitleiste mit deutsch-deutschen und internationalen politischen Informationen und Daten vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur Wiedervereinigung 1990. Daneben Schautafeln, auf denen Bilder, authentische Texte und eingefügte Videos einen Einblick in das Wirken des MfS, die flächendeckende Bespitzelung und die SED als Auftraggeber geben. Und das Schicksal von 13 Bürgern, deren Leben durch die Stasi kontrolliert wurde, wurde vorgestellt. Drei Mitarbeiterinnen der Stasi-Unterlagenbehörde, die in der DDR aufgewachsen sind, führten Schüler und Bürger durch die Ausstellung und konnten viele Fragen mit persönlichen Erlebnissen besonders anschaulich beantworten, wodurch das bedrohliche Thema Staatssicherheit und DDR authentisch wurde. Außerdem gab es Kopien der Original-Stasiakten zu sehen, die die vielfältigen Überwachungsformen und das umfangreiche Ausspionieren von DDR-Bürgern dokumentierten.

Die Stasi, gegründet nach dem Vorbild der sowjetischen Geheimpolizei und in der DDR Terrorinstrument gegen die eigene Bevölkerung, wurde für die Schüler „fassbar“ durch das Leben von Menschen wie Wolf Biermann, dessen Schicksal hier gezeigt wurde. Die Ausstellung ist eine Mahnung, das Thema DDR und die Kontrolle und politische Unterdrückung der Menschen durch einen diktatorischen Machtapparat nicht zu vergessen.



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