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66 Mitarbeiter in Transfergesellschaft aufgefangen / Erste erfolgreiche Vermittlungen

Faurecia-Entlassene bekommen Unterstützung

Stadthagen (ssr). Die Faurecia Autositze GmbH in Stadthagen bietet ihren von Kündigung betroffenen Mitarbeitern an, sich in einer Transfergesellschaft neue berufliche Perspektiven aufzubauen. 66 ehemalige Faurecia-Beschäftigte nutzen diese Chance bereits, jeden Monat kommen weitere hinzu. Die ersten Teilnehmer haben inzwischen neue Stellen gefunden.

veröffentlicht am 20.02.2007 um 00:00 Uhr

Der Automobilzulieferer Faurecia baut im Stadthäger Werk bis 2008 schrittweise Personal in der Produktion ab - und zwar bis zu 300. Ein Teil der Kündigungen ist bereits ausgesprochen (wir berichteten), weitere werden folgen. Alle Betroffenen erhalten das Angebot, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Eingerichtet wurde die Transfergesellschaft im Auftrag von Faurecia vom Beratungsverbund "Phönix" (Minden). Die Betroffenen werden zwischen neun und zwölf Monaten in der Gesellschaft gecoacht. Während dieser Zeit sind sie bei "Phönix" angestellt. Dabei werden ihre individuellen Fähigkeiten nach Auskunft von "Phönix"-Sprecherin Christina Fay genauso berücksichtigt wie die Erfordernisse des Arbeitsmarktes. Zunächst werde der Kenntnisstand jedes Einzelnen ermittelt, der dann die Grundlage für einen individuellen Berufswegeplan bilde. Falls Qualifizierung erforderlich sei, reichten die Angebote vom Erwerb eines Lkw- oder Busführerscheins über EDV-Lehrgänge bis zur Vorbereitung einer Umschulung. Hinzu kommt die Unterstützung bei Stellensuche und bei Bewerbungen, so Fay. Beim Start der Transfermaßnahme spielte das Engagement des Betriebsrats und der IG Metall eine maßgebende Rolle. "Uns ist es wichtig, die Kollegen mit ihren Problemen nicht allein zu lassen. In einer Transfergesellschaft erhält jeder von ihnen die Unterstützung, die er braucht, um am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen.Daher begrüßen wir die jetzt gefundene Lösung sehr", betonen Betriebsratsvorsitzender Jürgen Bittner und Uwe Christensen, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Stadthagen. Beim Faurecia-Management ist man ebenfalls froh über das Erreichte: "Auch wenn wir leider nicht alle unsere Mitarbeiter halten können, so können wir ihnen zumindest den Start in eine neue berufliche Zukunft erleichtern", erklärt Michael Freiboth, Arbeitsdirektor der Faurecia-Metallwerke in Deutschland. Die Agentur für Arbeit ist bei einem solchen Projekt von Anfang an mit Boot. Ein Teil der Qualifizierungsmittel kommt aus dem Europäischen Sozialfonds und wird über die Agentur für Arbeit abgerechnet. Ebenso wird Transferkurzarbeitergeld, die Grundentlohnung für die Mitarbeiter einer Transfergesellschaft, von der Agentur für Arbeit gezahlt. Die örtlichen Agenturen Stadthagen und Hameln hätten schnelle und unbürokratische Arbeit geleistet, bemerkte die "Phönix"-Sprecherin. Hervorzuheben sei auch, der Landkreis Schaumburg Unterstützung bei der Vermittlung der Mitarbeiter in Arbeit zugesichert habe. Erste Vermittlungserfolge seien bereits zu verzeichnen, berichtete Fay. Bis zum Ende der Maßnahme sei die Vermittlungsquote noch deutlich zu steigern, zeigte sie sich zuversichtlich.

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