weather-image
Autositz-Prototypen und Umformtechnik

Faurecia: Zwei Hightech-Zentren in Stadthagen

Stadthagen (ssr). Der Knoten scheint geplatzt zu sein. Nach Jahren der Unsicherheit hat der Autositzhersteller Faurecia gestern zwei richtungsweisende Entscheidungen für eine dauerhafte Standortsicherung in Stadthagen verkündet. Nicht zuletzt wegen einer Förderung in Höhe von 1,2 Millionen Euro aus Landesmitteln errichtet die Firma hier ein "Kompetenzzentrum für Umformtechnik". Noch wichtiger aber: Die französische Konzernzentrale hat den Standort Stadthagen zum weltweiten Faurecia-"Forschungs- und Entwicklungszentrum für Komplett-Autositze" (F+E) erklärt. Das dürfte am Standort dauerhaft eine Kapazität von mindestens 1650 Arbeitsplätzen sichern.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 07:30 Uhr

Hosen Sulaiman. Foto: ssr

Dies seien für Stadthagen "sehr angenehme Botschaften", verkündete Annette Stieve, Geschäftsführerin der Faurecia Autositze GmbH, in einer Pressekonferenz. Beide genannten Schritte verliehen Faurecia in Stadthagen einen "Schub nach vorn". Betriebsratschef Jürgen Bittner stimmte ein: Die Entscheidungen seien "sehr positiv" zu bewerten. Die jahrelangen Unsicherheiten über eine Werks- oder gar Standortschließung seien damit "beerdigt"; ja, der gesamte Standort sei nun "bis über das Jahr 2012 hinaus gesichert". Die anwesenden Vertreter des Managements widersprachen diesen konkreten Angaben nicht. "Kompetenzzentrum für Umformtechnik": Das Ja für die Einrichtung eines solchen Zentrums sei durch die Fördermittel des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums in Höhe von 1,2 Millionen Euro "entscheidend positiv beeinflusst worden", sagte Stieve. Der Konzern selber investiere rund 9 Millionen Euro in das Zentrum. Unter der Leitung des promovierten Ingenieurs Hosen Sulaiman soll die Press- und Umformtechnik für das Metall-Innenleben von Autositzen umfassend optimiert werden. Dass dieses Zentrum in Stadthagen eingerichtet wird, ist wichtig vor allem auch für den Fortbestand des Produktionswerkes. Langfristig rund 300 von den jetzt noch 500 Mitarbeitern sollen nach Auslaufen der Serienproduktion dem Kompetenzzentrum zuarbeiten - beispielsweise Material testen, Werkzeuge und Maschinen weiterentwickeln oder Prototypen und Anlaufstücke herstellen. Weltweites F+E-Zentrum: Als "äußerst bemerkenswert" bezeichnete Faurecia-Personalmanager Joachim Sauer die Entscheidung der französischen Konzernleitung, eine solche Zentrale außerhalb Frankreichs zu legen. Das sei "erstmalig", betonte Sauer. Er fügte an, dafür hätten zwei französische Standorte sogar leichte Abstrichehinnehmen müssen. Künftig werde Faurecia Autositz-Prototypen für alle europäischen Hersteller hier in Stadthagen bauen. Das werde auf Sicht zur Schaffung von 70 neuen Jobs führen, rechnete Stieve vor. Die Beschäftigtenzahl in der Stadthäger Faurecia-Zentrale (also ohne das Werk) dürfte sichdamit zunächst auf rund 1350 einpendeln. Stieve dankte dem Ministerium und dem Landkreis Schaumburg mit Blick auf die 1,2 Millionen-Förderung für "die kurzen pragmatischen Wege". Dieser Vorgang sei ein "wichtiges Signal" in Richtung Frankreich gewesen. Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier zeigte sich denn auch "richtig froh" über das Erreichte. Ähnlich äußerten sich Ministeriums-Vertreter Burkhard Germeyer und der Landtagsabgeordnete Friedel Pörtner.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt