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Was der Bückeburger Arzt Thorwald Hey und eine seiner Patientinnen erlebt haben

Fast zwei Stunden warten, bis der "Sani" kommt

Bückeburg (rc). Fast zwei Stunden musste eine Patientin des Bückeburger Arztes Thorwald Hey warten, bis endlich ein Krankentransportwagen vor der Haustü r stand, um die Frau ins Krankenhaus zu bringen. Zu allemÜberfluss entschied der Rettungsassistent, dass der Transport nur mit einem Notarzt durchgeführt werden kann, der zudem noch mit Sondersignal anrückte. "Das gibt mehr Geld", erregte sich Hey gegenüber unserer Zeitung: "Hier wurde nicht nur unnötig Zeit, sondern auch das Geld der Krankenversicherten vergeudet."

veröffentlicht am 17.09.2008 um 00:00 Uhr

Wie Hey gegenüber unserer Zeitung darstellte, hatte er während eines Hausbesuchs entschieden, dass es angebrachter sei, die Frau ins Krankenhaus einzuweisen. Er informierte die Rettungsleitstelle und forderte einen Liegendtransport mit einem Krankenwagen ins Bückeburger Krankenhaus an. Weil aus seiner Sicht keine übertriebene Eile notwendig gewesen sei, bat er gegenüber der Leitstelle um die Ausführung innerhalb von 20 bis 30 Minuten. Das sei ihm auch zugesagt worden. Da sich die Patientin in der Obhut einer persönlichen Pflegekraft und einer hilfsbereiten Nachbarin befand, habe er die Patientin verlassen, um weitere Hausbesuche zu machen. Umso erstaunter war er, als er nachüber eine Stunde einen Anruf von der Nachbarin der Patientin erhielt, wo denn der Krankenwagen bleibe. Hey riet daraufhin der Nachbarin, umgehend bei der Leitstelle anzurufen. Dort habe sie die lapidare Antwort erhalten, dass der Arzt keine ausreichende Angabe zur Erkrankung gemacht habe. Solche Anrufe nehme man dann nicht so ernst. Als dann endlich der Krankentransportwagen eintraf, war dieser nach den Schilderungen Heys nicht für den angeforderten Liegendtransport ausgerüstet, man könne die Patientin nur sitzend ins Krankenhaus bringen. Hey: "Und dann wird es noch schlimmer." Aus welchen Gründen auch immer, entschied der Rettungsassistent - Hey: "Pseudo-Kompetenz?" - dass der Transport nur mit einem Notarzt durchgeführt werden könne. Dieser wird angefordert, braucht - nach Angaben der Nachbarin - fast 20 Minuten und trifft mit Sondersignal, also Martinshorn und Blaulicht, ein. Er begleitet die Patientin ins Krankenhaus. Hey: "Eigentlich sollte der Notarzt nur und ausschließlich bei schwersten und eventuell lebensbedrohlichen Erkrankungen oder Unfällen gerufen werden."

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