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In der "Arche Noah" dreht sich alles um Bilder und Skulpturen / Versteigerung

"Fast noch schöner als die Originale": Kindergartenfest im Zeichen der Kunst

Bückeburg (mig). Wer jetzt zum Sommerfest der Kindertagesstätte "Arche Noah" gegangen war, konnte mit etwas Glück van Goghs bekanntestes Gemälde ersteigern. Die Sonnenblumen waren zwar nicht im Original zu haben, verkauft wurden aber auch keine schnöden Kopien. Kinderhände hatten bekannte Werke der Kunstgeschichte mit viel Phantasie und großem Talentnachgeschaffen.

veröffentlicht am 07.07.2006 um 00:00 Uhr

Die kleine Melinda bemalt das "Flaggschiff" der Kindertagesstätt

Vor dem Pappmacheschiff steht Melinda und pinselt unverdrossen drauflos. Rot, blau, grün - ihre Phantasie hat viele Farben. In der großen "Arche", dem Gebäude der Kindertagesstätte, sind die Kunstschätze aufgehoben, die sie und die anderen Kinder schon seit einiger Zeit produzieren. Neben getöpferten Figuren, Wollknäuel-Tieren und Skulpturen wird später auch die kleine Barkestehen, die Melinda und andere Kinder an diesem Tag angemalt haben. Getreu dem Motto "Große Kunst aus kleiner Hand" durften die Kinder einen ganzen Nachmittag lang neue Bastel- und Maltechniken ausprobieren, Filz und Papier herstellen, Hüte, Wolle, Stoff anmalen, ausschneiden oder weben. Der Kreativität waren in dieser Künstler-Kolonie keine Grenzen gesetzt. Den Höhepunkt des Festes hatten die Kinder allerdings schon in den vergangenen Wochen erarbeitet. Mit viel Talent gestalteten sie kleine Meisterwerke im Stile Chagalls, Monets oder Van Goghs. Jeder Künstler durfte sich ein Lieblingsbild aussuchen und sich dann daran versuchen. Die Ergebnisse waren so außergewöhnlich, dass Leiterin Ulrike Sülflow immer wieder das Vorher-Nachher-Album herzeigen musste. "Die Bilder sind ja fast so schön wie die Originale, eigentlich sogar schöner," meinte eine Betrachterin. Energisch wiesen die Betreuerinnen sämtliche Unterstellungen zurück, selbst zum Pinsel gegriffen zu haben. "Diese Bilder haben die Kinder ganz allein gemacht," betonte die Leiterin stolz. Das schon länger andauernde Projekt sollte den Kindern Kunst nahe bringen. Die Versteigerung der Kunstwerke war denn auch ein Erfolg. Janet Stemingholt, Vorsitzende des Fördervereins "Weiße Taube", animierte die Eltern als Auktionatorin zu immer höheren Geboten. "Jetzt geben sie noch mal richtig Gas, sonst nehme ich das Bild selbst mit," sagte sie mit Blick auf ihren besonderen Favoriten, einen "Monet". Die Kinder standen derweil um ihre Werke herum, folgten jedem Gebot mit den Augen und staunten, wieviel für ihre Produkte geboten wurde. Jedes Mal, wenn die Auktion etwas ins Stocken kam, legte sich die Vorsitzende des Fördervereins noch einmal ins Zeug. "Ihr sollt nicht nur Würstchen essen, sondern mitbieten," schimpfte sie. Da man nicht wollte, dass die jeweiligen Eltern das Bild ihres Schützlings ersteigern, hatte man die Namen weggelassen. Allerdings rechnete man nicht mit der Cleverness der Kids. Diese hatten ihren Müttern und Vätern längst verraten, wann sie die Hand heben mussten. In einem Fall forderte ein Mädchen sogar ihre kleine Schwester auf, für ihr Bild mitzubieten. Da das Geld der Versteigerung in den Kindergarten gesteckt wird, hatte keiner etwas gegen diese "Insidergeschäfte" einzuwenden.

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