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Helfende Menschen werden beschimpft

Fassungslos

Ich lese die Artikel über die Proteste gegen die Corona-Tests in Hameln und bin eigentlich nur eines: fassungslos!

veröffentlicht am 09.10.2020 um 18:49 Uhr

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Zu: „,Verbaler Gewaltakt‘“, vom 23. September, und zu: „Erneut Protest gegen Corona-Test“, vom 26. September


Da berufen sich Menschen auf den Artikel 1 des Grundgesetzes („Die Würde des Menschen ist unantastbar“) und handeln genau gegensätzlich: Menschen, die einfach nur helfen, werden in einer Weise beschimpft, dass es mit Menschenwürde so gar nichts mehr zu tun hat.

Ich verstehe die Sorge der Eltern um die kleinen Seelen der Kinder. Ganz sicher ist es, gerade für Eltern mit jüngeren Kindern, eine große Herausforderung, das ganze Geschehen der letzten Monate kindgerecht zu erklären und dabei nicht in Panik zu verfallen oder generelle, coronaunabhängige Ängste „vor dem Leben an sich“ zu schüren. Meine Hochachtung haben alle, die zusätzlich zum täglichen Wahnsinn wie Kinderbetreuung, Homeschooling und Homeoffice diesen Erziehungsauftrag bewältigen müssen. Und dennoch: „Eltern schützt eure Kinder?“ „Demokratie ist ansteckend?“ Geht‘s noch?

Es ist in meinen Augen kein Zeichen von demokratischer Gesinnung, sich an Verschwörungstheorien zu beteiligen. Dass die Bundes- und Landesregierung heute in manchen Bereichen anders entscheiden als vor fünf Monaten, hängt doch ausschließlich damit zusammen, dass wir alle mehr Erfahrung gewonnen haben. Das müsste doch jeder aus seinem eigenen Leben kennen: Heute trifft man andere Entscheidungen als vor 20 Jahren, weil man einfach mehr Erfahrungen gesammelt hat, die man bei seinen heutigen Entscheidungen berücksichtigt. Der Schutz des Lebens – und ja – der aufmerksame Leser beziehungsweise Fernsehzuschauer muss es doch wohl schon wahrgenommen haben: Menschen sterben an diesem Virus – ist doch wohl wichtiger als der Wunsch nach uneingeschränkter Freiheit. Es ist eine schwierige Zeit für uns alle, aber das entbindet uns nicht von einem respektvollen Umgang miteinander.



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