weather-image
Ex-MdL Runkel besucht Kindergarten am Kammweg - und will beim Aufbau des Familienzentrums helfen

Familien unterstützen - Kontakte spielen lassen

Obernkirchen (clb). Ungewöhnlichen Besuch hat der Integrative Kindergarten am Kammweg am Dienstagvormittag gehabt: Obwohl die Landtagswahlen, und somit auch die Wahlkampftermine, längst hinter Niedersachsen liegen, schaute Dr. Joachim Runkel bei Kindergartenleiterin Waltraud Denocke vorbei, um ihr eine große Kiste voller leerer Druckerpatronen zu bringen.

veröffentlicht am 20.03.2008 um 00:00 Uhr

0000481068.jpg

Der Kontakt zum Obernkirchener Kindergarten ist vor einigen Jahrenüber die Sammelaktion der Tintenpatronen entstanden, für die sich das Leitungsteam schon seit längerer Zeit einsetzt. "Ich sammle schon seit einigen Jahren leere Patronen. Und da jetzt mal wieder eine Kiste voll war, habe ich gleich an euch gedacht", erklärt der ehemalige Landtagsabgeordnete, der nach seiner Niederlage am 27. Januar zwar wieder seinen Ingenieurberuf ausüben will, jedoch gar nicht daran denkt, sich aus der Politik zurückzuziehen. "Ich habe meine Arbeit als Landtagsabgeordneter gerne gemacht und werde - trotz meines kleinen Betriebsunfalls bei der Landtagswahl - meine Kontakte weiterhin pflegen." Anschließend diskutierte Runkel mit Waltraut Denocke und Bürgermeister Oliver Schäfer, der ebenfalls in den Kindergarten am Kammweg gekommen war, darüber, wie man die frühkindliche Bildung in der Bergstadt ausweiten und intensivieren könne. Dazu brachte Waltraut Denocke einige Beispiele aus ihrem Arbeitsalltag als Kindergartenleiterin. Immer wichtiger werde auch die Elternunterstützung, erklärte sie. "Wir sind nun mal in so einem Arbeitsfeld beschäftigt, wo wir wenig Zeit haben. Umso wichtiger ist die Unterstützung durch die Eltern." Obwohl sich der überwiegende Teil viel Mühe gebe, seien ihr auch andere Fälle bekannt, wo überhaupt keine Sprachförderung zuhause stattfinde. Der Kindergarten sei für solche Familien oft die erste Anlaufstelle, so Denocke weiter. Leider könne das Personal all diese Anforderungen und sozialen Unterstützungen gar nicht erfüllen, da die Zeit dafür gar nicht vorhanden sei. Außerdem spreche sie sich dafür aus, dass in den Schulen Haushaltsunterricht eingeführt werden müsse. Auch, um den Kindern Grundkenntnisse im Kochen beizubringen. "Das sind einfach Dinge, die in der Schule mehr vermittelt werden müssten", brachte Waltraut Denocke ihren Gedanken zum Abschluss. Dem stimmte auch Runkel zu. "Wichtig ist es auch, dass Kinder Benimmregeln lernen." Spätestens im Kindergarten, denn in der Schule sei es dafür fast schon zu spät. Schäfer brachte in diesem Zusammenhang das "Lokale Bündnis für Familien" - und somit das vom Bündnis geplante Familienzentrum - ins Gespräch. Überlegt werde momentan, ein solches Zentrum in dem leerstehenden Bornemanngebäude unterzubringen und eine generationsübergreifende Anlaufstelle zu schaffen. Das pädagogische Konzept dafür liege bereits vor, unklar seien bislang noch die Finanzplanung sowie die realistische Umsetzung. Runkel zeigte sich angetan von dem geplanten Projekt und versprach zu helfen, wo er könne. "Ich werde diese Arbeit gerne unterstützen und mich in Hannover dafür einsetzen", versicherte er. Im Landkreis gebe es bereits einige solcher Projekte, zum Beispiel in der Samtgemeinde Rodenberg. Auch da sei der Anstoß dazu aus der Kommune gekommen. "Wenn ein Konzept steht, weiß ich, dass der Topf dafür da ist." Errechne mit relativ guten Chancen. Letztlich endete das Gespräch mit dem Ergebnis, dass der ehemalige Landtagsabgeordnete möglichst zeitnah Kontakt mit dem Lokalen Bündnis aufnehmen will. Sein nächster Besuch in Obernkirchen soll spätestens dann stattfinden, wenn sich wieder eine Kiste mit leeren Tintenpatronen angesammelt hat. Oder wenn zum Sommer die Ganztagsschule an den Start geht.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt