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Gymnasiasten pressen im Schulgarten eigenen Apfelmost / Idee stammt vom Rintelner Ernestinum

Fallobst kommt in die Flasche, nicht in den Müll

Bad Nenndorf (oke). Wenn die letzten Sonnenstrahlen des Jahres den "Altweibersommer" ankündigen, ist die Zeit der Apfelernte gekommen. So auch im Gymnasium Bad Nenndorf: Die Schüler haben ihren ersten hergestellten Apfelmost abgefüllt.

veröffentlicht am 02.10.2006 um 00:00 Uhr

Der schuleigene Obstgarten macht's möglich: Er liefert fast die

Wenn es um die Bedienung der hydraulischen Obstpresse geht, sind die Schüler Feuer und Flamme. Bevor jedoch aus dem Fallobst der begehrte Most gepresst werden kann, ist jede Menge Vorarbeit zu leisten. Körbe schleppen, Aussortieren fauler Früchte und das Umschaufeln der zerkleinerten Äpfel sind nur einige der unbeliebten Tätigkeiten. "Letztlich geht es mir darum, dass die Schüler sehen, was man aus all' den Dingen machen kann, die man heutzutage oft einfach wegwirft", so Frank Pfeiffer. Der Biologielehrer ist der Initiator. Auf die Idee kam er während seines Referendariats am Ernestinum in Rinteln, wo das Obstpressen schon länger betrieben wird. Das Herstellen des Apfelsafts auch in Bad Nenndorf einzuführen, war für ihn nur konsequent. "Wir haben die Hälfte der Äpfel aus dem Schulgarten, den Rest haben die Schüler beigesteuert", erklärt er. Auch die Flaschen werden gemeinsam mit dem Ernestinum bezogen. Einziger Absatzort ist das Gymnasium, wo man den Saft an Lehrer, Eltern und Schüler verkaufen will. Pfeiffer ist optimistisch. Fünf-Liter-Flaschen und Behälter in der modernen "Bag and Box"-Variante stehen zur Auswahl. Die Haltbarkeit von mehr als einem Jahr wird durch Erhitzen (Sterilisation) auf mehr als 72 Grad erreicht. Diese Eigenschaften zusammen mit der hohen Qualität mache den Saft im Vergleich zu industriell gefertigten Produkten durchaus konkurrenzfähig. Mit einem Preis von 1,50 Euro pro Liter will man vor allem die Leihgebühr für die Presse tilgen. Bei den Schülern kommt die Aktion gut an. "Wir haben zwar auch Obst im Garten, aus dem wir Kuchen machen, aber so eine Presse ist schon was ganz anderes", meint Philipp Plümer begeistert.

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