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Nach Sturm «Xavier»

Fahrgastverband: Bahn muss Bäume an Gleisen besser kappen

Hildesheim (dpa) - Nach dem Zusammenbruch des Bahnverkehrs wegen des Sturms «Xavier» in Teilen Deutschlands hat der Fahrgastverband Pro Bahn gefordert, Bäume und Sträucher entlang der Hauptverkehrsstrecken besser zu beschneiden.

veröffentlicht am 06.10.2017 um 17:01 Uhr
aktualisiert am 10.10.2017 um 11:40 Uhr

Umgestürzte Bäume waren für einen Großteil der Zugausfälle verantwortlich. Foto: Ralf Hirschberger

Bis zur Abschaffung der Dampfloks vor 40 Jahren habe es zehn Meter breite Brandschutzstreifen entlang der Gleise gegeben, die später schlichtweg zugewachsen seien, erklärte Niedersachsens Pro-Bahn-Chef Björn Gryschka am Freitag in Hildesheim. Früher seien die den Gleisen am nächsten stehenden Bäume kurz gehalten worden, damit sie nicht auf die Schienen fallen und dahinter stehende Bäume bei einem Unwetter auffangen können.

Notfalls sei auch der Gesetzgeber gefordert, um zwischen dem Naturschutz und der Verlässlichkeit der Bahn eine Neugewichtung vorzunehmen. Wenn die Zuverlässigkeit des Fernverkehrs der Bahn durch das Wetter derart leide, führe dies zu einem erheblichen Imageschaden, sagte Gryschka. Die Leute stiegen wieder verstärkt auf das Auto um, wenn sie sich auf die Bahn nicht verlassen könnten. «Wenn wir solche Systemschwächen sehen, muss unverzüglich gehandelt werden.»

Mehr Anstrengungen zum Freihalten der Strecken von umstürzenden Bäumen forderte auch das in Norddeutschland fahrende Regionalbahnunternehmen Metronom. «Aktuell kann die Deutsche Bahn den notwendigen Grünschnitt teilweise aber gar nicht vornehmen, weil Umweltauflagen das Fällen von Bäumen verbieten», sagte Metronomsprecher Björn Pamperin.

Die Deutsche Bahn betonte, dass sie auf die klimatischen Veränderungen mit extremen Wetterlagen und gesperrten Strecken mit einem erweiterten Grünschnitt reagiere. Es seien bereits problematische Streckenabschnitte bestimmt worden, auf denen die Bäume über den üblichen sechs Meter breiten Streifen hinaus zurückgeschnitten werden, und zwar unter Beachtung des Umwelt- und Naturschutzes. Fast 400 Kilometer Strecke sollen bis Ende 2017 nach dem neuen Verfahren bearbeitet sein.

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